Sat.1-Doku mit Ronzheimer: Ex-AfD-Funktionär warnt vor Rechtsruck und fordert Parteiverbot
Ex-AfD-Funktionär warnt vor Rechtsruck und fordert Parteiverbot

Sat.1-Dokumentation beleuchtet wachsenden Rechtsruck in Deutschland

Die Unzufriedenheit und der Frust in der Bevölkerung treiben immer mehr Menschen in die Arme rechtsextremer Parteien. Der Rechtsruck, der lange Zeit vor allem in den östlichen Bundesländern spürbar war, hat mittlerweile auch den Westen Deutschlands erreicht. Bei den jüngsten Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz erreichte die AfD knapp 20 Prozent der Stimmen und wurde damit zur drittstärksten Kraft. Diese besorgniserregende Entwicklung wirft grundlegende Fragen auf: Warum erfährt die Rechtsaußen-Partei einen solchen Zulauf? Wird rechts zur neuen Mitte? Und welche Konsequenzen hat dies für unser Land?

Ehemaliger AfD-Funktionär äußert scharfe Kritik

In der neuen Folge seiner Sat.1-Dokumentation „RONZHEIMER. Wie geht’s, Deutschland“ geht BILD-Vize Paul Ronzheimer diesen drängenden Fragen nach. Ein zentrales Gespräch führt er mit Pascal Bähr, der neun Jahre lang der AfD angehörte und sogar stellvertretender Landesvorsitzender der „Jungen Alternative“ war. Heute warnt Bähr eindringlich vor der Partei, der er einst angehörte. „Ich sehe die Entwicklung der Partei unglaublich kritisch und habe innerhalb der Partei Wandlungen erlebt, die immer mehr in Richtung Rechtsextremismus gingen“, erklärt er im Interview.

Bähr berichtet von internen Vorfällen, die außerhalb der Partei kaum bekannt sind. Als Beispiel nennt er den Bundeskongress der „Jungen Alternative“ im Jahr 2018, bei dem Alexander Gauland die Nazi-Diktatur als „Vogelschiss“ der deutschen Geschichte bezeichnete. Nachdem der Großteil der Presse den Saal verlassen hatte, sangen die Teilnehmer laut Bähr alle drei Strophen des Deutschlandliedes – beginnend mit der ersten Strophe, die im Dritten Reich verwendet wurde. „Ich vermute, es wird noch deutlich extremer“, sagt Bähr mit Blick auf die Zukunft der AfD. Auf die direkte Frage, ob die AfD verboten werden sollte, antwortet er ohne Zögern: „Ja, es sollte ein Verbot geben.“

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Proteste gegen neue AfD-Jugendorganisation in Gießen

Die Dokumentation zeigt auch die Gründung einer neuen Jugendorganisation der AfD im November 2025 in Gießen, Hessen. Die Vorgängerorganisation, die „Junge Alternative“, war vom Bundesverfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft worden und hatte sich im März 2025 aufgelöst, um einem möglichen Verbot zu entgehen. Die Gründungsveranstaltung der neuen Jugendorganisation wurde von zahlreichen Protesten und Blockaden begleitet.

Ronzheimer spricht mit Demonstranten wie Gregor, der betont: „Wir halten gegen Rechts zusammen.“ Die junge Demonstrantin Dani erklärt auf die Frage, was der Protest bewirke: „Es ist ein klares Zeichen, dass genügend Menschen in diesem Land die AfD nicht wählen, um zu zeigen: Ihr seid hier nicht willkommen und eure Ansichten sind hier nicht willkommen.“ Diese Haltung teilen derzeit etwa 75 Prozent der Bevölkerung in Deutschland.

Die Sat.1-Dokumentation verdeutlicht somit nicht nur die wachsende Radikalisierung innerhalb der AfD, sondern auch den breiten gesellschaftlichen Widerstand gegen rechtsextreme Tendenzen. Die Warnungen ehemaliger Parteimitglieder wie Pascal Bähr unterstreichen die Dringlichkeit, sich mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen.

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