Verdi-Chef Werneke fordert Stabilisierung des Rentenniveaus über 2031 hinaus
Berlin. Kurz bevor die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission ihre Empfehlungen zur Reform der Rentensysteme vorlegt, hat die Gewerkschaft Verdi eine Stabilisierung des Rentenniveaus über das Jahr 2031 hinaus gefordert. Verdi-Chef Frank Werneke sagte dieser Redaktion: „Über die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland besitzt keine andere Absicherung im Alter als die gesetzliche Rentenversicherung. In Ostdeutschland trifft das sogar auf drei Viertel der Menschen zu. Deshalb ist die Stabilisierung des Rentenniveaus über das Jahr 2031 hinaus von zentraler Bedeutung.“
Laut Werneke wäre es ein falscher Ansatz, „einen Teil der Beitragseinnahmen in der gesetzlichen Rente abzuzweigen, um darüber eine Kapitaldeckung aufzubauen – alle Beitragseinnahmen müssen zur Stabilisierung des Rentenniveaus zur Verfügung stehen“. Er sei „sehr dafür, stattdessen die betriebliche Altersversorgung auszubauen, als zweite kapitalgedeckte Säule“, sagte Werneke. Notwendig sei eine obligatorische betriebliche Altersversorgung, an der alle Beschäftigten teilhaben, auch wenn sie in Klein- und Kleinstbetrieben arbeiten. „Und das mit ausreichend hohen Arbeitgeberanteilen.“
Der Gewerkschaftschef verwies darauf, dass Menschen ab Ende 50, wenn sie arbeitslos werden, keine Chance auf dem Arbeitsmarkt mehr hätten. „Jede Erhöhung des Renteneintrittsalters ist vor diesem Hintergrund nichts anderes als eine Rentenkürzung durch die Hintertür“, sagte er. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian gesagt, er erwarte den Bericht der Rentenkommission am kommenden Dienstag. Die 13-köpfige Kommission berät seit dem Winter über mögliche Empfehlungen zu der anstehenden Rentenreform. Die schwarz-rote Koalition will bis zur Sommerpause ab Juli ein Reformpaket schnüren. Die Rente spielt darin eine wichtige Rolle. Daneben geht es in dem Paket um den Arbeitsmarkt, die Einkommensteuer und den Bürokratieabbau.



