Regierungsflieger: 700 Leerflüge der Bundeswehr-Flugbereitschaft sorgen für Kritik
700 Leerflüge der Bundeswehr-Flugbereitschaft: Kritik an Regierung

Flugbereitschaft der Bundeswehr: 700 Leerflüge ohne Regierungsvertreter

Die Nutzung der Flugbereitschaft durch die Bundesregierung sorgt erneut für politische Kontroversen. Nach offiziellen Angaben des Verteidigungsministeriums absolvierte die Flugbereitschaft im Zeitraum von Mai bis Dezember 2025 insgesamt 488 Flüge mit Kabinettsmitgliedern oder dem Bundespräsidenten. Dem gegenüber stehen jedoch 700 sogenannte Bereitstellungsflüge, die ohne Passagiere durchgeführt wurden.

Kritik von der Linken: "Kaum zu vermitteln"

Der Linken-Abgeordnete Dietmar Bartsch, der die Anfrage an das Verteidigungsministerium gestellt hatte, äußerte scharfe Kritik an diesen Zahlen. "Kaum zu vermitteln ist, dass rund 500 Flügen mit Passagieren 700 'Leerflüge' gegenüberstehen", erklärte Bartsch. Der frühere Fraktionschef der Linken bezeichnete es als "teuren Konstruktionsfehler", dass die Flugbereitschaft weiterhin in Köln stationiert sei, obwohl Berlin seit mehr als drei Jahrzehnten die Bundeshauptstadt ist.

Bartsch mahnte zu einer deutlich sparsameren Nutzung der Flugbereitschaft: "Dass die Bundesregierung im Schnitt mehr als einmal täglich die VIP-Flüge der Bundeswehr nutzt, ist in diesem Ausmaß nicht akzeptabel. Die Nutzung ist ein Privileg, mit dem sorgsam und sparsam umgegangen werden sollte." Stattdessen sollten Regierungsmitglieder häufiger auf Linienflüge oder die Bahn zurückgreifen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ministerium verteidigt Bereitstellungsflüge

Das Verteidigungsministerium verteidigte in der Vergangenheit die sogenannten Leerflüge damit, dass diese gezielt für Aus- und Weiterbildungszwecke genutzt würden. Bei einem Bereitstellungsflug handelt es sich typischerweise um einen Flug von der Basis in Köln zu dem Ort, an dem offizielle Regierungsvertreter das Flugzeug benötigen.

Die Anfrage von Bartsch bezog sich speziell auf Flüge des Bundeskanzlers sowie der Ministerinnen und Minister ab dem 6. Mai 2025, dem Zeitpunkt des Amtsantritts der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz von der CDU.

Nutzerstatistik: Kanzleramt an der Spitze

Laut der vom Verteidigungsministerium vorgelegten Liste lag das Bundeskanzleramt mit 106 Flügen an der Spitze der Nutzer, gefolgt vom Auswärtigen Amt mit 96 Flügen und dem Bundespräsidialamt mit 66 Flügen. Das Landwirtschaftsministerium nutzte die Flugbereitschaft am wenigsten – mit lediglich zwei Flügen im gesamten betrachteten Zeitraum.

Die Debatte um die angemessene Nutzung der Flugbereitschaft durch Regierungsmitglieder ist nicht neu. Immer wieder wird kritisiert, dass die teuren Sondermaschinen der Bundeswehr zu häufig für offizielle Amtsgeschäfte eingesetzt werden, obwohl alternative Reisemöglichkeiten zur Verfügung stünden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration