Bundeswehr startet umfassende Reform der Grundausbildung
Die Bundeswehr steht vor einem tiefgreifenden Wandel ihrer Ausbildungspraxis. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat eine grundlegende Neuausrichtung der dreimonatigen Grundausbildung für Wehrdienstleistende angeordnet. Ziel ist es, Tausende junge Menschen für den Dienst an der Waffe zu gewinnen und gleichzeitig die militärische Schlagkraft zu stärken.
Vereinheitlichung und moderne Inhalte
Ab dem 1. Mai 2026 werden alle Teilstreitkräfte – Heer, Luftwaffe und Marine – eine identische Grundausbildung anbieten. Bisher existierte ein Flickenteppich unterschiedlicher Programme, die auf die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Truppengattungen zugeschnitten waren. Künftig bildet der Heimatschutz das einheitliche Fundament für alle Soldatinnen und Soldaten.
Laut einem Bericht des Spiegel haben Generalinspekteur Carsten Breuer und Staatssekretär Nils Hilmer „innovative Ansätze zur Stärkung der Ausbildungskapazitäten“ veranlasst. Diese Weisung sieht mehrere neue Ausbildungsschwerpunkte vor, die über das traditionelle Schießtraining hinausgehen.
Drohnen-Kompetenz und Resilienz im Fokus
Ein zentrales Element der reformierten Ausbildung ist die Grundausbildung im Umgang mit Drohnen. Bereits in den ersten zwölf Wochen sollen Rekruten mit unbemannten Flugobjekten vertraut gemacht werden. Dies dient nicht nur dazu, einen technologischen Rückstand aufzuholen, sondern soll den Dienst für die digitale Generation attraktiver gestalten.
Ebenfalls neu im Lehrplan ist die Stärkung der „individuellen Resilienzvorsorge“. Hier lernen die Soldaten, wie sie sich im zivilen Leben auf mögliche Krisenszenarien vorbereiten können. Weitere Inhalte umfassen:
- Grundlagen des militärischen Wachdienstes
- Erste Kenntnisse zum Schutz bei Angriffen mit biologischen oder chemischen Kampfstoffen
- Eine umfassende Einweisung in die Erste Hilfe
Mehr Personal für die Ausbildung
Um die erwartete Flut an neuen Rekruten bewältigen zu können, setzt das Verteidigungsministerium auf zusätzliches Ausbildungspersonal. Künftig sollen auch erfahrene Mannschaftssoldaten als Ausbilder fungieren. Zudem plant das Ministerium, verstärkt Reservisten in die Ausbildung neuer Rekruten einzubinden.
Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie, die Bundeswehr für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu wappnen und gleichzeitig als attraktiver Arbeitgeber für junge Menschen zu positionieren.



