Bundeswehr rekrutiert über 3.000 Minderjährige - Höchstwert erreicht
Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg bei der Rekrutierung minderjähriger Soldatinnen und Soldaten verzeichnet. Nach Angaben aus einer Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag wurden 2025 insgesamt 3.131 Minderjährige in die Truppe aufgenommen. Dies entspricht etwa 13 von 100 Neueinsteigern und stellt nach Informationen der Linken einen historischen Höchstwert dar.
Demografische Details der minderjährigen Rekruten
Von den minderjährigen Neueinstellungen waren 2.690 junge Männer und 441 junge Frauen, die bei Dienstantritt 17 Jahre alt waren. Diese Gruppe macht damit 12,5 Prozent aller neuen Soldatinnen und Soldaten aus. Gleichzeitig verließen im selben Zeitraum 638 minderjährige Soldatinnen und Soldaten die Bundeswehr vorzeitig wieder. Die meisten davon kündigten freiwillig, während einige auch entlassen wurden.
Entwicklung der Zahlen im Vergleich zu Vorjahren
Die aktuellen Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren:
- 2024: 2.203 minderjährige Neuzugänge (10,9 Prozent aller neuen Soldatinnen und Soldaten)
- 2023: 1.996 minderjährige Neuzugänge (10,6 Prozent aller neuen Soldatinnen und Soldaten)
- 2022: 1.773 minderjährige Neuzugänge (9,4 Prozent aller neuen Soldatinnen und Soldaten)
Kritik der Linken an der Rekrutierungspraxis
Linksfraktionschefin Heidi Reichinnek bezeichnete die Entwicklung als fatal und warf der Bundesregierung eine unverantwortliche Rekrutierungspraxis vor. Sie kritisierte insbesondere die gezielte Bundeswehr-Werbung an Schulen, die offensichtlich erfolgreich sei. „Und das leider offensichtlich mit Erfolg“, so Reichinnek in ihrer Stellungnahme.
Rechtlich ist ein freiwilliger Dienst in der Bundeswehr mit Einverständnis der Eltern ab dem vollendeten 17. Lebensjahr zulässig. Diese Regelung ermöglicht es der Bundeswehr, gezielt junge Menschen noch vor Erreichen der Volljährigkeit anzuwerben. Die Debatte über die ethische Vertretbarkeit dieser Praxis wird vor dem Hintergrund der steigenden Zahlen intensiv geführt.
Die Informationen basieren auf einer parlamentarischen Anfrage der Linken, über die zunächst der „Spiegel“ berichtet hatte. Die Bundesregierung muss regelmäßig Auskunft über die Anzahl minderjähriger Rekruten geben, was zu einer transparenten Diskussion über die Personalpolitik der Bundeswehr beiträgt.



