Einsatzbereitschaft bei jedem Wetter: Die Alarmrotte der Luftwaffe
Ein heftiger Winter mit Schneefall, Eisregen und gefährlicher Glätte kann selbst erfahrene Kampfpiloten der Luftwaffe ausbremsen. In den vergangenen Wochen mussten am Fliegerhorst Laage bei Rostock vereinzelt Trainings- und Übungsflüge für Eurofighter-Flugschüler abgesagt werden. Oberst Dominique Gentzsch, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“, bestätigte diese Vorsichtsmaßnahmen bei extremen Wetterlagen wie dichtem Bodennebel oder Eisregen.
Unterschiede zwischen Training und Einsatz
„Grundsätzlich können wir auch bei Frost und Schnee fliegen“, versicherte Gentzsch und verwies auf den speziellen militärischen Winterdienst, der am Stützpunkt Laage rund um die Uhr in Bereitschaft steht. Allerdings gibt es entscheidende Unterschiede zwischen der Ausbildung und dem echten Einsatzbetrieb.
Während für Flugschüler bei eingeschränkter Sicht oder gefährlichen Wetterbedingungen kein unnötiges Risiko eingegangen wird, startet die Alarmrotte der Luftwaffe praktisch immer. Die sogenannte QRA (Quick Reaction Alert) besteht aus zwei bewaffneten Eurofightern, die nach NATO-Standard binnen 15 Minuten in der Luft sein müssen, um verdächtige oder unbekannte Flugzeuge zu identifizieren.
Spezielle Vorbereitungen für den Wintereinsatz
Die Piloten der Alarmrotte, die vom Taktischen Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ gestellt wird, operieren unter anderen Bedingungen als die Ausbildungsflüge. Ein Sprecher des Richthofen-Geschwaders erklärt: „Im Einsatzflugbetrieb der QRA sind Grenzwerte, wie die Sichtweite, ab denen kein Flugbetrieb mehr durchgeführt werden kann, niedriger als bei Trainingsflügen.“
Anders als zivile Flugzeuge müssen sich die Kampfpiloten auch nicht um eingeschneite oder vereiste Maschinen kümmern. Eurofighter werden grundsätzlich aus geschützten Hallen oder Flugzeugschutzbauten heraus betrieben, sodass vor dem Start kein Eis gekratzt oder Schnee geschoben werden muss.
Mehrfache Absicherung des Luftraums
Für den äußerst seltenen Fall, dass die Alarmrotte in Laage bei Extremwetter tatsächlich nicht starten könnte, ist die Sicherung des deutschen Luftraums dennoch gewährleistet. Die Bundeswehr hält grundsätzlich zwei Alarmrotten rund um die Uhr in Bereitschaft – neben Laage in Mecklenburg-Vorpommern auch in Neuburg in Bayern.
Zudem sind die Abfangjäger der Luftwaffe Teil der integrierten NATO-Luftverteidigung. Wie der Geschwadersprecher betont, stellen auch die Bündnispartner im Ausland für die Luftraumüberwachung entsprechende Alarmrotten bereit, sodass die Sicherheit des Luftraums über Deutschland mehrfach abgesichert ist.



