NATO probt Landung an deutscher Ostseeküste
Panzer rollen, Landungsboote fahren auf, Kämpfer stürmen an Land: Die NATO hat am Morgen ihre größte Militärübung des Jahres an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gestartet. Bei der amphibischen Landeoperation „Steadfast Dart 26“ brachten die Bündnispartner Verstärkungskräfte der sogenannten Allied Reaction Force (ARF) – der „Speerspitze der NATO“ – über den Truppenübungsplatz Putlos unweit der Insel Fehmarn an Land.
2600 Soldaten und 15 Schiffe im Einsatz
Für die Landeoperation waren 15 Schiffe mit 2600 Soldaten im Einsatz. Am gesamten Manöver sind rund 10.000 Einsatzkräfte, mehr als 1500 Fahrzeuge und 17 Schiffe aus 13 Nationen beteiligt. Die größten Beiträge kommen aus südeuropäischen Ländern wie der Türkei und Spanien sowie Italien und Griechenland.
Zunächst rückten Taucher und Spezialkräfte vor, anschließend folgten die Landungsboote. Ziel der Übung ist es zu zeigen, wie sich Truppen aus dem Süden Europas rasch Richtung Ostflanke verschieben lassen. Eine Besonderheit: Die Übung findet ohne direkte Beteiligung der USA statt.
Verteidigungsminister Pistorius vor Ort
Unter den Beobachtern war auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD). Er will sich später zusammen mit dem deutschen NATO-General Ingo Gerhartz (60) äußern. Gerhartz führt vom niederländischen Brunssum aus das operative Hauptquartier („Allied Joint Force Command“). Das Kommando verantwortet die Verteidigung Mitteleuropas – von der Atlantikküste bis an die Ostgrenze der NATO.
Die Allied Reaction Force im Ernstfall
Die ARF soll im Ernstfall – also etwa bei einem Angriff von außen auf die NATO oder einer humanitären Katastrophe – binnen zehn Tagen 40.000 Soldaten in den Einsatz bringen. Die Entscheidung dafür muss der Nordatlantikrat der NATO treffen. Die Übung in Schleswig-Holstein dient dazu, diese Fähigkeiten unter realistischen Bedingungen zu trainieren und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen NATO-Partnern zu verbessern.
Die amphibische Landeoperation an der Ostseeküste zeigt deutlich, wie wichtig die Verteidigungsfähigkeiten der NATO in der aktuellen geopolitischen Lage sind. Durch regelmäßige Übungen wie diese soll die Reaktionsfähigkeit der Bündnispartner gestärkt und mögliche Schwachstellen im Verteidigungssystem identifiziert werden.



