Pete Hegseth: Die umstrittene Amtszeit des US-Verteidigungsministers im Überblick
Pete Hegseth: Skandale und Fehltritte des US-Verteidigungsministers

Die umstrittene Amtszeit von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth

Die US-Demokraten haben ein neues Ziel für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren ausgemacht: Verteidigungsminister Pete Hegseth. Der selbsternannte "Kriegsminister" unter Präsident Donald Trump steht im Zentrum zahlreicher Kontroversen und Skandale, die seine Amtsführung zunehmend in Frage stellen.

Politische Angriffe und Kriegsvorwürfe

Demokratische Abgeordnete sehen Hegseth in der Verantwortung für umstrittene Militäroperationen, darunter Einsätze in der Karibik und der Irankrieg. Kritiker werfen ihm Kriegsverbrechen vor, nachdem bei der Beschießung mutmaßlicher Drogenschmuggelboote in der Karibik auch wehrlose Überlebende getötet worden sein sollen. Besonders schwer wiegt der - wohl versehentliche - Angriff auf eine Mädchenschule im Iran am 28. Februar mit mehr als 170 Toten, der Hegseth erheblich unter Druck setzt.

Parteiinterne Kritik und Qualifikationszweifel

Auch innerhalb der Republikaner gibt es erhebliche Vorbehalte gegen Hegseth. Drei republikanische Senatoren weigerten sich, ihn überhaupt im Amt zu bestätigen, weil sie seine Qualifikation bezweifelten. Im vergangenen November warfen republikanische Senatoren Hegseth vor, durch seine Haltung zum Krieg in der Ukraine Amerikas Reputation aufs Spiel zu setzen. Jüngst zeigten sich mehrere republikanische Abgeordnete irritiert, weil Hegseth einen ranghohen Militär entließ.

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Die schwerwiegendsten Skandale im Detail

Signal-Chat-Affäre mit sensiblen Militärinformationen

Im vergangenen Jahr enthüllte die "New York Times", dass Hegseth hochsensible Informationen über einen bevorstehenden Militärschlag gegen die Huthis im Jemen in einem privaten Chat mit Verwandten teilte. Seine Ehefrau, sein Bruder und sein Anwalt sollen so vorab über den Angriff informiert gewesen sein. Noch gravierender: Hegseth nutzte für diesen Chat eine öffentlich im Internet verfügbare Handynummer, was eine eklatante Sicherheitspanne darstellt. Der republikanische Abgeordnete Don Bacon bezeichnete das Vorgehen als amateurhaft und inakzeptabel und forderte indirekt Hegseths Entlassung.

Eingeschränkte Pressefreiheit und Eitelkeitsvorwürfe

Unter Hegseths Führung kündigte das Pentagon neue restriktive Regeln für Pressevertreter an. Der ehemalige Fox-News-Moderator ließ den bisherigen Arbeitsbereich für Korrespondenten schließen und drohte Reportern mit Akkreditierungsentzug bei unerlaubten Veröffentlichungen. Ein Richter wies das Pentagon an, den uneingeschränkten Pressezugang wiederherzustellen. Besonders pikant: Im März sorgte eine Entscheidung für Schlagzeilen, Pressebriefings zum Irankrieg ohne Fotografen stattfinden zu lassen, weil Mitarbeiter mit Hegseths Aussehen auf veröffentlichten Fotos unzufrieden gewesen sein sollen.

Mutmaßliche Börsengeschäfte vor Kriegsbeginn

Anfang April berichtete die "Financial Times" über mögliche Insider-Geschäfte. Demnach soll ein von Hegseth beauftragter Broker in den Wochen vor dem amerikanischen Angriff gegen Iran versucht haben, große Summen in einen Rüstungsfonds zu investieren. Es sei um mehrere Millionen Dollar gegangen, die Verhandlungen hätten kurz vor dem Start der Militäraktion gegen Teheran stattgefunden. Das Pentagon dementierte den Bericht scharf.

Peinlicher Gottesdienst mit "Pulp Fiction"-Zitaten

Hegseth inszeniert sich gern als Gotteskrieger und hielt kürzlich selbst die Predigt bei einem Gottesdienst im Pentagon. Dabei las er quasi wörtlich eine ganze Passage aus Quentin Tarantinos Film "Pulp Fiction" vor, offenbar in dem Glauben, es handele sich um einen Original-Bibeltext. Videoaufnahmen zeigen Anwesende, die ehrfürchtig auf den Boden blicken, während außerhalb des Gottesdienstes Häme über die peinliche Verwechslung aufkam.

Zunehmende politische Isolation

Die Vorwürfe gegen Hegseth könnten ihm selbst in der eigenen Partei gefährlich werden. Der demokratische Vorstoß für ein Amtsenthebungsverfahren hat zwar wenig Aussicht auf Erfolg, dient aber als deutliches Zeichen. Die Hoffnung der Demokraten ist, dass Trump Hegseth ebenso fallen lassen könnte wie zuvor andere Ministerinnen. Hegseths jüngste Äußerung, in der er kritische Journalisten mit den Feinden Jesu verglich und daraufhin eine scharfe Reaktion von Papst Leo auslöste, unterstreicht seine zunehmende politische Isolation.

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In seiner vergleichsweise kurzen Amtszeit hat Pete Hegseth damit ein bemerkenswertes Portfolio an Skandalen, Sicherheitspannen und peinlichen Auftritten produziert, das seine Position als Verteidigungsminister zunehmend unhaltbar erscheinen lässt.