Ukrainische Geheimoffensive erzielt überraschenden Erfolg in Dnipropetrowsk
Nach Wochen strengster Geheimhaltung hat die Ukraine am Sonntag die Zwischenergebnisse einer überraschenden Gegenoffensive in der Region Dnipropetrowsk bekannt gegeben. Diese Region ist die einzige ukrainische Region, die weder an Russland noch ans Meer grenzt, und in der russische Truppen trotzdem seit Sommer 2025 kontinuierlich vorrückten. Jetzt verliert Putin hier erstmals an Boden, was einen strategischen Wendepunkt darstellen könnte.
Befreiung von über acht Siedlungen auf 300 Quadratkilometern
Das Kommando der ukrainischen Luftlande-Sturmgruppe erklärte auf Telegram: „Seit Beginn der Operation hat die Luftlande-Sturmgruppe zusammen mit benachbarten Einheiten die Kontrolle über ein Gebiet von mehr als 300 Quadratkilometern zurückgewonnen und über acht Siedlungen von feindlichen Sabotage- und Aufklärungsgruppen befreit.“ Diese Erfolge markieren einen bedeutenden Fortschritt in einer Region, die bisher von russischen Vorstößen geprägt war.
Die Hauptaufgaben der ukrainischen Einheiten bestehen laut Militärführung darin, die weiteren Vorstoßpläne des Feindes in den Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja zu durchkreuzen, die feindlichen Truppen zu besiegen und sie über die Verwaltungsgrenze der Region Dnipropetrowsk hinaus zurückzudrängen. Diese strategischen Ziele unterstreichen die langfristige Bedeutung der Operation für die ukrainische Verteidigung.
Streng geheime Operation ohne vorherige Ankündigung
Anders als bei früheren Gegenoffensiven äußerte sich die ukrainische Führung bislang weder vor noch während der Operation über die Ziele und den Verlauf. Der Grund dafür ist simpel: Russland hatte frühere Medienberichte über die Richtung ukrainischer Gegenstöße genutzt, um die betreffenden Gegenden rechtzeitig zu verstärken und so mehrere Aktionen der Ukraine frühzeitig zunichtezumachen.
Diesmal wurde absolute Geheimhaltung gewahrt. Keine einzige Flagge hissten die ukrainischen Einheiten in den befreiten Dörfern, kein einziges Video der zurückeroberten Ortschaften wurde veröffentlicht. Die Erklärung der Armee vom Sonntag ist die erste offizielle Stellungnahme nach drei Wochen Gegenstößen, die sich zu den bisherigen Erfolgen der Operation äußert.
Experten vermuteten bereits geheime Aktionen
Militärexperten vermuteten jedoch schon in den vergangenen Tagen eine geheime ukrainische Aktion in der Region. Der Grund: Russische Videos zeigten Angriffe auf ukrainische Soldaten an Orten, die nach Verlautbarung Moskaus teils schon zwei bis fünf Monate unter russischer Kontrolle stehen sollten. Diese Orte befanden sich teilweise bis zu elf Kilometer entfernt von der Ende Januar bekannten Frontlinie.
Russische Blogger zeigten plötzlich Angriffe auf ukrainische Soldaten in Gegenden, die Russland offiziell schon seit September 2025 kontrolliert. Diese Diskrepanz zwischen russischen Behauptungen und der tatsächlichen militärischen Lage deutet auf die Wirksamkeit der ukrainischen Geheimoffensive hin.
Die Operation, die seit Anfang Februar läuft, demonstriert die Fähigkeit der ukrainischen Streitkräfte, trotz russischer Überwachung und früherer Rückschläge erfolgreiche Gegenangriffe zu planen und durchzuführen. Die Befreiung der Siedlungen und die Rückgewinnung von Territorium in Dnipropetrowsk könnten wichtige Impulse für die weitere Verteidigung der Ukraine setzen.



