Wehrbeauftragter fordert neuen Haar- und Barterlass für Bundeswehrsoldaten
Wehrbeauftragter fordert neuen Haar- und Barterlass

Wehrbeauftragter übt scharfe Kritik an Bundesregierung wegen veralteter Haarregeln

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte von der CDU, hat die Bundesregierung und insbesondere das Verteidigungsministerium für die anhaltende Verzögerung bei der Überarbeitung der Haar- und Bartregeln für Bundeswehrsoldaten scharf kritisiert. In einem aktuellen Statement gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) forderte Otte klarere und zeitgemäße Vorschriften für das äußere Erscheinungsbild der Truppe.

Jahrelange Wartezeit seit Gerichtsurteil

Seit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2019 hat das Verteidigungsministerium es versäumt, einen neuen Erlass vorzulegen, obwohl die Richter damals eine Überarbeitung innerhalb eines "überschaubaren Zeitraums" anmahnten. Der Fall ging auf eine Klage eines Stabsfeldwebels zurück, der als Mann keine langen Haare tragen durfte, während dies Frauen gestattet war. Obwohl seine Beschwerde abgewiesen wurde, erkannte das Gericht Reformbedarf.

Otte betonte: "Der Haar- und Barterlass ist für den täglichen Dienst der Truppe von Bedeutung und sollte längst vorliegen." Er verwies darauf, dass Soldatinnen und Soldaten seit über sieben Jahren auf eine neue Rechtsgrundlage warten, was zunehmend Unmut hervorrufe. "Dass sich Angehörige der Bundeswehr bis heute an einer veralteten Vorschrift orientieren müssen, ist aus meiner Sicht nicht akzeptabel", so der Wehrbeauftragte.

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Forderung nach zeitgemäßer Neuregelung

Eine Neuregelung müsse laut Otte sowohl die militärische Funktionalität als auch die individuellen Bedürfnisse der Soldaten angemessen berücksichtigen. Er forderte eine baldmögliche Umsetzung, um Rechtssicherheit und Akzeptanz in der Truppe zu gewährleisten. Das Verteidigungsministerium erklärte indes, die Neufassung der Dienstvorschrift zum äußeren Erscheinungsbild sei noch nicht abgeschlossen, ohne einen konkreten Zeitplan zu nennen.

Diese Situation unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen in der Bundeswehrverwaltung und wirft Fragen zur Effizienz politischer Prozesse auf. Die Debatte um Haar- und Bartregeln mag auf den ersten Blick trivial erscheinen, doch sie berührt grundlegende Aspekte der Gleichbehandlung und Modernisierung der Streitkräfte.

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