AfD in Sachsen-Anhalt bei 41 Prozent: Umfragehoch vor Landtagswahl
AfD in Sachsen-Anhalt bei 41 Prozent vor Landtagswahl

Vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich ein klares Bild ab: Die AfD liegt laut einer aktuellen Umfrage von Infratest dimap mit 41 Prozent deutlich vor der CDU von Ministerpräsident Sven Schulze, die auf 26 Prozent kommt. Im Vergleich zur letzten Erhebung im September 2025 legte die AfD um zwei Prozentpunkte zu. Die Umfrage wurde im Auftrag der „Magdeburger Volksstimme“, der „Mitteldeutschen Zeitung“ und des MDR durchgeführt.

Schulze sieht Unzufriedenheit mit Bundesregierung

Ministerpräsident Schulze, der seit 100 Tagen im Amt ist, führt die schlechten Werte seiner Partei auf die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung zurück. „Die Menschen hier sind unzufrieden mit dem, was sie aus Berlin bekommen, und ich bin es ehrlich gesagt auch“, sagte Schulze dem MDR. Er betonte, dass es bei der Landtagswahl nicht um einen Denkzettel für die Bundesregierung gehen dürfe, sondern um landespolitische Themen wie Bildung. In der CDU hofft man, dass sich der Abstand bis zum Wahltermin am 6. September noch verringern wird, da viele Wähler ihre Entscheidung erst kurz vor der Wahl treffen.

AfD feiert Umfragehoch

Bei der AfD herrscht dagegen Euphorie. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sprach von einer durchbrochenen „Schallmauer“ von 40 Prozent und bezeichnete die Umfrage als „riesengroßen Rückenwind“. Gleichzeitig mahnte er zur Vorsicht: „Eine Umfrage ist noch kein Wahlergebnis. Jetzt bloß nicht nachlassen, bloß nicht zu früh freuen.“ Auch prominente Parteimitglieder wie Björn Höcke aus Thüringen feuerten Siegmund an. Die AfD wird in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.

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Die Vorwürfe der Vetternwirtschaft, bei denen AfD-Abgeordnete reihenweise Familienmitglieder anderer Abgeordneter anstellten, scheinen die Partei nicht zu belasten. In Sachsen-Anhalt gab es besonders viele Fälle, doch die Umfragewerte blieben davon unbeeindruckt.

Weidel rechnet mit absoluter Mehrheit

Bundesweit sieht AfD-Chefin Alice Weidel gute Chancen für ihre Partei. Sie rechnet sowohl in Sachsen-Anhalt als auch zwei Wochen später bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit einer absoluten Mandatsmehrheit. „Ja, definitiv. Also wir reden hier von der absoluten Mandatsmehrheit, die möglich ist, wenn die anderen Parteien an der 5-Prozent-Hürde scheitern“, sagte Weidel bei „Nius“. Sie erwartet, dass ein Wahlsieg der AfD innerparteilichen Druck in Berlin auslösen und zu einem Auseinanderbrechen der Koalition aus Union und SPD führen könnte.

Koalitionsoptionen und Direktwahlfrage

Ob die AfD tatsächlich eine Alleinregierung bilden kann, hängt davon ab, wie viele kleinere Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwinden. Aktuell käme die Linke auf zwölf Prozent, die SPD auf sieben. Grüne und BSW liegen bei jeweils vier Prozent und würden wie die FDP den Einzug in den Landtag verpassen. Die FDP, die derzeit mit CDU und SPD regiert, wird in der Umfrage nicht einzeln ausgewiesen. Für eine absolute Mehrheit der AfD reicht es nach den aktuellen Zahlen nicht.

Bei der Frage nach der bevorzugten Person für das Amt des Ministerpräsidenten liegen AfD (43 Prozent) und CDU (44 Prozent) nahezu gleichauf. Würde der Ministerpräsident direkt gewählt, läge Amtsinhaber Schulze mit 36 Prozent vor Siegmund (32 Prozent). 32 Prozent der Befragten machten keine Angabe oder sind unentschlossen.

Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Nachlassende Parteibindungen und kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren die Gewichtung der Daten. Sie spiegeln nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

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