AfD-Machtkampf in Sachsen-Anhalt: Vermittler Gottschalk scheitert - „Selbst der Papst würde es nicht schaffen“
AfD-Machtkampf: Vermittler scheitert - „Selbst der Papst schafft es nicht“

AfD-Machtkampf in Sachsen-Anhalt: Vermittlungsversuch gescheitert

Der interne Machtkampf innerhalb der AfD in Sachsen-Anhalt hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Der als Vermittler eingesetzte Bundesvorstandsmitglied Kay Gottschalk hat seinen erfolglosen Versuch, zwischen den zerstrittenen Lagern zu vermitteln, offiziell für gescheitert erklärt. Der 60-jährige Politiker, der den Landesverband seit über einem Jahrzehnt kennt und sich selbst als erfahrenen Konfliktlöser bezeichnet, gab gegenüber Medien eine ernüchternde Bilanz ab.

„Selbst der Papst würde es nicht schaffen“

Gottschalk äußerte sich in einem Interview mit deutlichen Worten: „In der jetzigen Situation würde das selbst der Papst nicht schaffen.“ Der erfahrene Mediator, der in der Vergangenheit bereits „so manche Kuh vom Eis geholt“ hatte, zeigte sich diesmal ratlos. „Ich kriege die beiden Enden des Seils nicht verknüpft“, gestand er ein. Seine Forderung nach einer Friedenspflicht bis Ende Februar, bei der sich alle Beteiligten mit Äußerungen zurückhalten sollten, wurde nicht eingehalten.

Zwei verfeindete Lager im Konflikt

Der Vermittlungsversuch zielte darauf ab, den Streit zwischen Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und Landeschef Martin Reichardt auf der einen Seite sowie dem Ex-Generalsekretär Jan Wenzel Schmidt auf der anderen Seite beizulegen. Schmidt, der für die AfD im Bundestag sitzt, soll aus der Partei ausgeschlossen werden und hatte daraufhin mit Enthüllungen über Vetternwirtschaft und Reisekostenbetrug gedroht.

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Die von Schmidt an Medien weitergeleiteten E-Mails sorgten für erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit. Berichtet wurde unter anderem über die Beschäftigung von Familienmitgliedern, wie etwa Andreas Siegmund, dem Vater des Spitzenkandidaten, der als Büroleiter beim Bundestagsabgeordneten Thomas Korell ein Jahresgehalt von fast 100.000 Euro bezieht.

Besorgnis auch innerhalb der AfD

Selbst prominente AfD-Politiker wie Björn Höcke und der rechte Vordenker Götz Kubitschek äußerten Besorgnis über die negativen Auswirkungen des offenen Streits auf die Partei. In aktuellen Umfragen zur Landtagswahl im September liegt die AfD in Sachsen-Anhalt zwar mit 40 Prozent deutlich vor der CDU, doch die Sorge wächst, dass der deutliche Vorsprung schmelzen und die Hoffnung auf den nächsten Ministerpräsidenten zunichtegemacht werden könnte.

Neue Verstimmung durch Interview

Laut Gottschalk sorgte ein Interview, das Jan Wenzel Schmidt einem Nachrichtenportal gegeben hatte, für neue Verstimmung auf der Gegenseite und machte weitere Vermittlungsbemühungen vorerst unmöglich. „Ich habe vorerst keine Idee, wie das weitergehen könnte“, erklärte der gescheiterte Mediator resigniert. Er betonte, dass er keinem der Beteiligten allein die Schuld geben wolle, sondern dass „das einfach in der Natur der Sache liegt“.

Der Machtkampf in der AfD Sachsen-Anhalt bleibt damit ungelöst und stellt die Partei vor erhebliche interne Herausforderungen, nur wenige Monate vor der entscheidenden Landtagswahl.

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