Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne und CDU im spannenden Endspurt
Baden-Württemberg: Grüne und CDU im Wahl-Endspurt

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne und CDU im spannenden Endspurt

In Baden-Württemberg geht der Wahlkampf in die entscheidende Phase. Am kommenden Sonntag entscheiden die Bürgerinnen und Bürger, wer das Land künftig regieren wird. Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Grünen und CDU verspricht mehr als nur Spannung – die Nerven in den Parteizentralen liegen bereits blank. Die Wahl gewinnt nicht nur landespolitische, sondern auch bundesweite und europäische Bedeutung.

Merz und Kretschmann mobilisieren ihre Anhänger

CDU-Bundeschef und Bundeskanzler Friedrich Merz reiste zum Wahlkampfabschluss der Südwest-CDU nach Ravensburg, um die Bedeutung der Landtagswahl zu unterstreichen. „Diese Wahl wird knapper als wir gedacht haben“, räumte Merz mit Blick auf die aktuellen Umfragewerte ein, die Grüne und CDU gleichauf sehen. Gleichzeitig warnte er vor einer Stimmenabgabe für andere Parteien: „Wer jetzt blau wählt oder gelb wählt, könnte am nächsten Montag grün aufwachen.“

Parallel stärkte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) beim grünen Wahlkampfabschluss in Ulm seinem Spitzenkandidaten Cem Özdemir den Rücken. Der 77-jährige Kretschmann, der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt, warb deutlich für seinen Wunschnachfolger: „Wir Grüne haben jemand, der die Erfahrung und den Tiefgang hat, den man dafür benötigt.“

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Kopf-an-Kopf-Rennen um die Ministerpräsidentschaft

Bei der Wahl am Sonntag wird über die Nachfolge von Kretschmann entschieden. Für die Grünen geht der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir ins Rennen, während für die CDU Landes- und Fraktionschef Manuel Hagel neuer Ministerpräsident werden möchte. Die letzte Umfrage sah beide Parteien mit jeweils 28 Prozent gleichauf.

Den Umfragen zufolge werden Grüne und CDU in Baden-Württemberg auch nach der Wahl wieder miteinander koalieren müssen. Ein anderes Bündnis scheint rechnerisch derzeit nicht möglich – die Wahl entscheidet somit vor allem darüber, ob Grüne oder CDU den nächsten Ministerpräsidenten stellen werden.

Kretschmann kritisiert Hagels Wahlkampfstrategie

Ministerpräsident Kretschmann warf seinem Kontrahenten Manuel Hagel im Wahlkampf vor, keine neuen Ideen für Baden-Württemberg zu haben. „Ich lese in Interviews von Hagel immer lange Listen mit den Themen KI, Mobilität, Photonik, Robotik oder Verteidigung. Dann bin ich doch immer sehr erstaunt. Das machen wir schon alles. Und er war dabei“, sagte Kretschmann in Ulm.

Weiter kritisierte er Hagels Vorschläge für einen Sicherheitsrat oder einen Sachverständigenrat für Wirtschaft: „Auch das gibt es alles schon, es heißt nur anders. Neu ist da nicht der Inhalt, nur die Überschrift.“ Dass aus neuen Überschriften Großartiges entstehe, sei eher selten, so der scheidende Ministerpräsident.

Grüne sehen historische Chance

Grünen-Landeschefin Lena Schwelling schwor die Anhänger in Ulm darauf ein, im Endspurt des Wahlkampfs alles zu geben. „Wir haben die historische Chance, einen zweiten grünen Ministerpräsidenten zu haben“, betonte Schwelling. Damit könne man beweisen, dass die Wahl Kretschmanns damals kein Unfall der Geschichte gewesen sei.

Bundeskanzler Merz unterstrich die überregionale Bedeutung der Wahl: „Diese Wahl stößt nicht nur in Baden-Württemberg oder Deutschland auf große Aufmerksamkeit, sondern in der ganzen Europäischen Union.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass der CDU der Wahlsieg gelinge, wenn man die Kräfte bündele.

Die letzten Stunden vor der Wahl werden für beide Lager entscheidend sein. Während die CDU auf die Mobilisierung ihrer traditionellen Wählerschaft setzt, hoffen die Grünen auf den Erfolg ihres erfahrenen Spitzenkandidaten Özdemir. Das Ergebnis am Sonntagabend wird nicht nur die politische Landschaft Baden-Württembergs prägen, sondern auch Signalwirkung für die Bundespolitik haben.

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