Parteienfilz bei Wagenknecht-Partei: BSW-Chefin bewarb sich für Ministeriumsposten
BSW-Chefin bewarb sich für Ministeriumsposten

Parteienfilz-Vorwürfe bei Wagenknecht-Partei

In der Brandenburger Landespolitik gibt es neue Vorwürfe des Parteienfilzes. Die BSW-Chefin Amira Mohamed Ali (46) bewarb sich nur sechs Wochen nach dem knappen Scheitern ihrer Partei bei der Bundestagswahl um eine Spitzenposition im Finanzministerium des Landes Brandenburg.

Bewerbung für hochdotierte Ministeriumsposition

Am 2. April 2025 reichte Mohamed Ali ihre Bewerbung für die Leitung der Europa-Abteilung im brandenburgischen Finanzministerium ein. Die Position ist bei Beamten mit 10.741 Euro monatlich dotiert. In ihrem zehnseitigen Bewerbungsschreiben, das der BILD vorliegt, gab die damals arbeitslose Ex-Abgeordnete offen zu: „Nach meinem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag bin ich auf der Suche nach einer neuen Tätigkeit...“.

Die Volljuristin verwies in ihrer Bewerbung auf ihre siebenjährige Erfahrung als Abgeordnete, darunter auch als Linke-Fraktionschefin, sowie auf zehn Jahre als Unternehmensjuristin und Vertragsmanagerin beim Fahrzeugzulieferer ZF. „Die ausgeschriebene Position entspricht meiner Qualifikation, meiner Erfahrung, meinem Interesse“, behauptete Mohamed Ali in ihrem Schreiben.

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Bewerbung blieb ohne Erfolg

Trotz ihrer Bewerbung blieb Mohamed Ali erfolglos. Zwar landete sie nach Informationen der BILD im vorderen Bewerberfeld, doch mehrere Konkurrenten sollen besser abgeschnitten haben. Aus Potsdamer Regierungskreisen heißt es: „Selbst wenn sie vorn gelegen hätte, wäre sie nicht eingestellt worden.“ Als Grund wurde angegeben: „Die Versorgung seiner Parteichefin mit einem Spitzen-Job wäre Minister Crumbach auf die Füße gefallen.“

Die Ironie der Geschichte: Auch der eigentliche Gewinner der Stellenausschreibung erhielt den Posten nicht. Stattdessen wurde der ehemalige Agrarsekretär Gregor Beyer (55) mit der Position versorgt – auf Drängen von Regierungschef Dietmar Woidke (64, SPD), obwohl dieser nicht über die erforderlichen Qualifikationen verfügte.

Politische Konsequenzen

Finanzminister Robert Crumbach (63), der damals noch der BSW angehörte, verließ im Januar die Partei und beendete damit die Koalition mit der SPD in Brandenburg. Die Bewerbung von Parteichefin Mohamed Ali wirft nun Fragen nach parteiinternen Verflechtungen und der Transparenz bei Stellenbesetzungen in der brandenburgischen Landesregierung auf.

Eine BILD-Anfrage zu den Vorwürfen des Parteienfilzes beantwortete Mohamed Ali nicht. Die Vorgänge zeigen, wie dünn die Grenze zwischen legitimer politischer Karriere und parteiinterner Begünstigung sein kann, besonders in Zeiten politischer Umbrüche und Koalitionswechsel.

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