Gordon Schnieder: Der CDU-Wahlgewinner aus dem Dorf, der Rheinland-Pfalz verändert
Gordon Schnieder: CDU-Wahlgewinner aus der Vulkaneifel

Katholisch, Kochen und Familienkuscheln: Das ist CDU-Wahlgewinner Gordon Schnieder

Als die SPD im Jahr 1991 die politische Macht in Rheinland-Pfalz übernahm, war Gordon Schnieder gerade einmal 15 Jahre alt. Der Gymnasiast und engagierte Messdiener trat noch im selben Jahr in die CDU ein – geprägt von seinem politisch aktiven Elternhaus. Was damals niemand ahnen konnte: Die Sozialdemokraten sollten 35 Jahre lang ununterbrochen regieren. Und es würde ausgerechnet Gordon Schnieder sein, der diese Ära mit einem historischen Wahlsieg beendet.

Familienmensch mit Bodenhaftung

Besonders seine Eltern und sein älterer Bruder Patrick Schnieder, der heutige Bundesverkehrsminister, formten den jungen Politiker. In einer Familie mit vier Kindern wurden am Küchentisch regelmäßig politische Debatten geführt. Diese Prägung zeigt sich bis heute: Gordon Schnieder bezeichnet sich selbst als heimatverbundenen Familienmenschen. Das morgendliche Kuscheln mit seiner Familie hat für ihn höchste Priorität, und ohne Abschiedskuss an seine Ehefrau Diane verlässt er niemals das Haus.

Leben im Elternhaus in der Vulkaneifel

Anders als viele Spitzenpolitiker wohnt die Familie Schnieder nicht in einer Metropole oder einem luxuriösen Anwesen. Sie leben im Elternhaus in Birresborn in der Vulkaneifel – einem Dorf mit gerade einmal 1050 Einwohnern. Drei Generationen teilen sich unter einem Dach den Wohnraum: Gordon Schnieders 81-jährige Mutter, seine Frau Diane und die drei Kinder im Alter von 11, 13 und 23 Jahren.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Der 1,93 Meter große CDU-Politiker kocht leidenschaftlich gerne für seine Familie, unternimmt regelmäßig Radtouren und Wanderungen. Eine besondere Leidenschaft ist seine umfangreiche Sammlung von Briefmarken und Münzen, die er über Jahre hinweg aufgebaut hat.

Ehrlichkeit als Erfolgsrezept

„Ich komme vom Dorf, da kennt jeder jeden, da kann man sich nicht verstellen. Da gilt das gesagte Wort, da gilt der Handschlag“, erklärt Schnieder seine politische Grundhaltung. Mit dieser bodenständigen Ehrlichkeit ging er in den Wahlkampf – und besiegte eine SPD, die in drei Jahrzehnten Regierungszeit immer wieder mit Skandalen, Versagen und kostspieligen Fehlentscheidungen zu kämpfen hatte. Zuletzt geriet die Partei durch einen Sonderurlaub-Skandal in Bedrängnis.

Vorbilder und politische Ausrichtung

Schnieders größtes politisches Vorbild ist Helmut Kohl, der von 1969 bis 1976 als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz amtierte, noch bevor die SPD die Regierung übernahm. Nun tritt Gordon Schnieder in diese historischen Fußstapfen.

Mit CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz verbindet ihn die Mitgliedschaft in einer katholischen Studentenverbindung – ebenso wie seinen Bruder Patrick. Alle drei sind sogenannte „alte Herren“ im entsprechenden Dachverband. Schnieder bezeichnet sich selbst als konservativ, wobei er diese Haltung vor allem durch seinen christlichen Glauben und eine wirtschaftsfreundliche Politik definiert.

Im Gegensatz zum etwas eitleren baden-württembergischen CDU-Spitzenmann Manuel Hagel, der im Wahlkampf gelegentlich Nerven zeigte, wirkt Schnieder besonnen und bodenständig. In der Berliner CDU-Zentrale heißt es seit Monaten anerkennend: „Schnieder passt zum Land Rheinland-Pfalz.“

Der 50-jährige Politiker ist erkennbar kein Ideologe, sondern ein Pragmatiker mit klaren Werten. Seine Verbundenheit zur Heimat, seine Familienorientierung und seine direkte Art scheinen genau das zu sein, was die Wählerinnen und Wähler in Rheinland-Pfalz nach 35 Jahren SPD-Regierung gesucht haben.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration