Grünen-Politiker Michael Kellner holt Erde aus der Uckermark für Bundestags-Kunstprojekt
In einer symbolträchtigen Aktion hat der Bundestagsabgeordnete Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen) persönlich einen Sack Erde aus seinem Wahlkreis in der Uckermark geholt und nach Berlin gebracht. Der 48-jährige Politiker griff dafür am Ufer der Oder bei Schwedt zum Spaten, um an der Kunstinstallation „Der Bevölkerung“ im Reichstagsgebäude teilzunehmen.
Oder als Symbol für grenzüberschreitenden Naturschutz
„Die Oder hat für mich eine ganz besondere Bedeutung“, erklärte Kellner in einer aktuellen Pressemitteilung. „Seit vielen Jahren setze ich mich intensiv dafür ein, dass die Oder als einer der letzten frei fließenden Flüsse Europas in ihrem natürlichen Lauf erhalten bleibt und deren Ausbau für die Schifffahrt gestoppt wird.“ Der gebürtige Thüringer betonte weiter: „Der Grenzfluss ist für mich auch ein kraftvolles Symbol dafür, dass wir für den Erhalt wertvoller Naturräume konsequent über Grenzen hinweg kämpfen sollten.“
Kunstaktion mit langer Geschichte und politischer Symbolik
Die Kunstaktion „Der Bevölkerung“ befindet sich im nördlichen Lichthof des Reichstagsgebäudes und reicht bis ins Jahr 2000 zurück. Heike Wähner, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Leiterin des Bürgerbüros, erläuterte: „Nach einer äußerst hitzigen Debatte im Bundestag und in den Medien über Demokratie und Kunstfreiheit eröffneten der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und der Künstler Hans Haacke die Aktion offiziell mit dem ersten Sack Erde.“ Insgesamt haben sich in über 25 Jahren mehr als 500 Mitglieder des Deutschen Bundestags an dieser besonderen Initiative beteiligt.
Als die Kunstaktion entstand, wurde laut Wähner intensiv darüber debattiert, ob man dem historischen Schriftzug am Reichstag „Dem Deutschen Volk“ die ergänzende Inschrift „Der Bevölkerung“ hinzufügen könne. Diese Diskussion spiegelt die tiefere Bedeutung des Projekts wider.
Erde als Statement für Grundgesetz und Menschenrechte
„Ab jetzt kann ich mit Stolz sagen: Guck mal, da unten im Lichthof ist auch Erde aus dem Nationalpark Unteres Odertal“, freute sich Kellner über seine Beteiligung. Der Grünen-Politiker sieht in seiner Erdspende ein deutliches Statement: „Jeder Mensch hat unveräußerliche Rechte, egal ob Mann oder Frau, deutsch oder nichtdeutsch, homo- oder heterosexuell. Das macht dieses Kunstwerk auf eindrucksvolle Weise deutlich. Da mache ich besonders gern mit.“
Die Erde aus der Uckermark, die nun im Reichstag ausgebracht wurde, bekräftigt aus Kellners Sicht nachdrücklich die Artikel 1 und 3 des Grundgesetzes. Diese garantieren, dass „die Würde des Menschen unantastbar ist“ und „alle Menschen vor dem Gesetz gleich“ sind. Durch die Verbindung von Naturmaterial aus seinem Wahlkreis mit der politischen Botschaft im Herzen der deutschen Demokratie schafft Kellner eine besondere Verbindung zwischen regionaler Identität und verfassungsrechtlichen Grundwerten.



