Der Koalitionspoker in München geht in die nächste Runde: Dominik Krause von den Grünen hat am Freitag eine Entscheidung über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen vertagt. Noch ist völlig offen, mit welchem potenziellen Partner der Spitzenkandidat in tiefere Gespräche einsteigen will. Beobachter werten dies als taktischen Schachzug, um sich weitere Optionen offen zu halten.
Hintergrund der Vertagung
Krause hatte ursprünglich für Freitag eine klare Ansage erwartet. Stattdessen ließ er durchblicken, dass man sich noch in der Sondierungsphase befinde und keine voreiligen Schritte unternehmen wolle. „Wir nehmen uns die Zeit, die wir brauchen, um die beste Entscheidung für München zu treffen“, so Krause. Die Vertagung kommt nicht überraschend: Die Gespräche mit der FDP, die als möglicher Koalitionspartner gilt, sind offenbar noch nicht abgeschlossen.
Die Rolle der FDP
Jörg Hoffmann, der Spitzenkandidat der FDP, zeigte sich gelassen. „Wir sind gesprächsbereit, aber wir lassen uns nicht unter Druck setzen“, sagte Hoffmann. Man kenne sich gut – ein Foto aus dem Februar zeigt die beiden Politiker bei einem gemeinsamen Termin. Die Liberalen gelten als potenzieller Königsmacher, doch auch eine Koalition mit der SPD oder sogar eine grün-schwarze Variante sind denkbar.
Reaktionen aus der Politik
Die SPD zeigte sich verhalten optimistisch. „Wir sind der verlässliche Partner für eine stabile Stadtregierung“, so ein Sprecher. Die CSU hingegen kritisierte die Verzögerung als „unnötige Hängepartie“. Die Bürgerinnen und Bürger Münchens verdienten Klarheit, hieß es. Die Vertagung könnte auch Auswirkungen auf die anstehenden Haushaltsberatungen haben, die bis zum Sommer abgeschlossen sein müssen.
Bis zur nächsten Woche will Krause eine Entscheidung treffen. Bis dahin wird in den Hinterzimmern weiter verhandelt – der Koalitionspoker bleibt spannend.



