Landratswahl in der Uckermark: Bürger hinterfragen berufliche Angaben des AfD-Kandidaten
Am kommenden Sonntag, dem 19. April, entscheiden etwa 100.000 Bürger der Uckermark über die politische Führung ihres Landkreises. Zur Wahl stehen Amtsinhaberin Karina Dörk von der CDU und der AfD-Kandidat Felix Teichner. Im Vorfeld der Abstimmung haben engagierte Bürger insbesondere Teichners beruflichen Werdegang genau unter die Lupe genommen.
Diskrepanzen in der Darstellung der Berufserfahrung
Im Rahmen eines Wahlforums, zu dem die Redaktion aufgerufen hatte, meldeten sich mehrere Uckermärker mit konkreten Fragen. Ihnen war aufgefallen, dass Felix Teichner bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer sowie der Kreishandwerkerschaft Uckermark seine Führungskompetenzen als Betriebsleiter in Lehrte betont hatte. In seinem offiziellen Lebenslauf auf der Internetseite des Brandenburgischen Landtages wird jedoch lediglich angegeben, dass er von Juli 2012 bis Februar 2014 als Industriemechaniker im Bereich Instandhaltung bei der DWS GmbH & Co KG tätig war.
Diese unterschiedlichen Darstellungen veranlassten Bürger, nach einer Erklärung zu fragen. Die Redaktion leitete die Anfrage im Wahlforum an Felix Teichner weiter.
Teichners Erklärung: Stellvertretende Betriebsleitung in Lehrte
„Da gibt es keine Diskrepanz. Beides ist zutreffend“, stellte der AfD-Kandidat klar. Er bestätigte, dass er in dem genannten Zeitraum tatsächlich als Industriemechaniker in Lehrte gearbeitet habe. Allerdings habe sich während dieser Phase eine besondere Situation ergeben: Sein direkter Vorgesetzter habe eine Meisterschule besucht. „Ich war stellvertretender Betriebsleiter und in der Zeit habe ich dann auch die Betriebsleitung übernommen“, erläuterte Teichner seine damalige Rolle.
Zusätzlich interessierten sich Bürgerinnen wie Frau Meinhold und Frau Gebhardt dafür, welche beruflichen Erfahrungen den Kandidaten überhaupt für das Amt des Landrates qualifizieren.
Persönliche und politische Führungserfahrung
Felix Teichner verwies in seiner Antwort auf mehrere Säulen seiner Expertise: „Ich komme aus einer Unternehmerfamilie, die aktuell 40 Mitarbeiter beschäftigt, und habe von der Pike auf gelernt, was es heißt, Personalverantwortung zu tragen“. Neben dieser familiären Prägung habe er in verschiedenen beruflichen Positionen sowie in den vergangenen sieben Jahren als Vorsitzender der AfD Uckermark mit 70 Mitgliedern immer wieder Personalverantwortung übernommen.
Nicht zuletzt betonte er seine langjährige politische Erfahrung: Seit einem Jahrzehnt ist er in der Kommunalpolitik aktiv – sowohl im brandenburgischen Landtag als auch im Kreistag der Uckermark und in der Stadt Prenzlau. „Ich traue mir durchaus zu, eine Verwaltung mit 1000 Mitarbeitern zu führen“, erklärte Teichner selbstbewusst.
Die Landratswahl am 19. April wird zeigen, ob die Wähler der Uckermark seinen Ausführungen vertrauen und ihm die Führung des Landkreises anvertrauen wollen.



