Merkel schließt Rückkehr ins politische Amt aus
Das heißeste Gerücht der Berliner Politikszene hat sich als falsch erwiesen: Altbundeskanzlerin Angela Merkel (71, CDU) wird nicht als Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) kandidieren. Eine Sprecherin der ehemaligen Regierungschefin bezeichnete entsprechende Spekulationen gegenüber dem „Tagesspiegel“ als „abwegig“ und machte damit deutlich, dass eine Rückkehr Merkels aus dem Ruhestand nicht zur Debatte steht.
Angespanntes Verhältnis zu Merz hätte Konflikt bedeutet
Hinter den Gerüsten standen offenbar Befürchtungen innerhalb der CDU-Spitze, die Grünen könnten Merkel als Kandidatin für das höchste Staatsamt vorschlagen. Ein solcher Vorstoß hätte von grünen Spitzenpolitikern wie dem baden-württembergischen Landesvorsitzenden Cem Özdemir (60) ausgehen können. Dies hätte CDU-Chef Friedrich Merz (70) in eine äußerst schwierige Lage gebracht, da ihn und Merkel eine langjährige politische Feindschaft verbindet.
Die historischen Spannungen zwischen beiden CDU-Politikern reichen bis ins Jahr 2002 zurück, als Merzel Merz den Fraktionsvorsitz entzog. In der Folge entwickelte sich Merz zu einem der schärfsten innerparteilichen Kritiker der ehemaligen Kanzlerin. Bei einer möglichen Kandidatur Merkels hätte Merz kaum Nein zu einer Bewerberin aus den eigenen Reihen sagen können, wäre aber gleichzeitig mit einer Person konfrontiert gewesen, mit der er jahrelang im Clinch lag.
Historischer Präzedenzfall und aktuelle Kandidaten
Bisher hat noch kein ehemaliger Bundeskanzler nach seiner Amtszeit das Amt des Bundespräsidenten übernommen, was einen möglichen Wechsel Merkels in das Schloss Bellevue zu einem historischen Novum gemacht hätte. Über die Nachfolge Steinmeiers wird die Bundesversammlung voraussichtlich Anfang 2027 entscheiden.
Innerhalb der Union werden derzeit andere Namen als aussichtsreiche Kandidaten gehandelt:
- Bildungsministerin Karin Prien (60, CDU)
- Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53, CDU)
Als größte Fraktion in der Bundesversammlung hat die Union zwar grundsätzlich gute Chancen, ihren Kandidaten durchzusetzen, benötigt dafür jedoch Unterstützung aus anderen Parteien, um die notwendige Mehrheit zu erreichen. Unter diesen Voraussetzungen wären Merkels Aussichten bei einer Kandidatur durchaus vielversprechend gewesen, wie politische Beobachter anmerken.
Mit der klaren Absage ihrer Sprecherin sind diese Spekulationen nun jedoch vom Tisch. Die Altkanzlerin bleibt damit weiterhin im politischen Ruhestand, während sich die Diskussion um die Nachfolge Steinmeiers auf andere potenzielle Kandidaten konzentriert.



