Bulgariens Ex-Präsident Radew gewinnt Parlamentswahl mit absoluter Mehrheit
Radew gewinnt bulgarische Wahl mit absoluter Mehrheit

Bulgariens Ex-Präsident Radew siegt klar bei vorgezogener Parlamentswahl

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Bulgarien hat die Wahlallianz von Ex-Staatschef Rumen Radew einen überzeugenden Sieg errungen. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission in Sofia konnte Radews Bündnis Progressives Bulgarien nach Auszählung von 97,5 Prozent der Wahlprotokolle 44,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Dieser deutliche Vorsprung verleiht dem früheren Kampfjet-Piloten voraussichtlich die absolute Mehrheit im Parlament, was eine stabile Regierungsbildung ermöglicht.

Prowestliche Kräfte stürzen ab, während Radew triumphiert

Die beiden prowestlichen politischen Kräfte, die früher regiert hatten, mussten hingegen erhebliche Verluste hinnehmen. Das konservative Bündnis Gerb-SDS, das eine im Dezember 2025 zurückgetretene Koalitionsregierung anführte, erreichte nur noch rund 13,4 Prozent – das schlechteste Ergebnis in seiner Geschichte. Auf Platz drei folgt der liberal-konservative Verband PP-DB mit 12,8 Prozent. Beide Gruppierungen hatten in einer Koalition 2023/2024 regiert, doch Massendemonstrationen unter Führung von PP-DB zwangen die damalige Regierung zum Rücktritt.

Fünf Parteien ziehen ins neue Parlament ein

Neben Radews Allianz schafften vier weitere politische Kräfte den Einzug ins Parlament:

  • Die Partei der türkischen Minderheit DPS unter dem umstrittenen Politiker Deljan Peewski erreichte etwa 6,8 Prozent. Peewski ist aufgrund von Korruptionsvorwürfen durch die USA und Großbritannien sanktioniert worden.
  • Die nationalistische prorussische Partei Wasraschdane (Wiedergeburt) stürzte auf 4,3 Prozent ab, nachdem sie 2024 noch 13,3 Prozent erzielt hatte. Es bleibt vorerst unklar, ob sie nach Eintreffen der Wahlprotokolle aus dem Ausland die Vier-Prozent-Hürde halten kann. Im Europaparlament gehört Wasraschdane zur gleichen Parteienfamilie wie die Alternative für Deutschland.

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Die aus den früheren Kommunisten hervorgegangene Sozialistische Partei BSP verpasste mit knapp 3 Prozent erstmals seit der politischen Wende von 1989 den Einzug ins Parlament, was einen historischen Rückschlag darstellt.

Wahlbeteiligung und politischer Kontext

Rund 6,5 Millionen bulgarische Bürgerinnen und Bürger waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Derzeit amtiert eine Interimsregierung, die nach dem Rücktritt der vorherigen Koalition eingesetzt wurde. Rumen Radew, der im Januar vom Amt des Staatspräsidenten zurücktrat, um an der Wahl teilzunehmen, hat mit seinem klaren Sieg nun die Möglichkeit, eine stabile Regierung zu bilden und die politische Richtung des Landes maßgeblich zu beeinflussen. Dieser Ausgang markiert einen bedeutenden Wendepunkt in der bulgarischen Politik, der die Machtverhältnisse nachhaltig verändern könnte.

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