AfD-Spitzenkandidat Siegmund kritisiert Reformpläne vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Siegmund: Reformen sind Konstrukt zum Machterhalt

Vor Landtagswahl: AfD-Spitzenkandidat Siegmund attackiert Reformpläne der anderen Parteien

Der AfD-Fraktionschef und Spitzenkandidat für die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, hat die gemeinsamen Reformvorhaben der anderen im Parlament vertretenen Parteien scharf kritisiert. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk bezeichnete Siegmund die geplanten Maßnahmen als „im Prinzip ein Konstrukt des eigenen Machterhalts aus der blanken Angst heraus geschnürt“.

Zusammenarbeit der anderen Fraktionen stößt auf scharfe Ablehnung

Die Fraktionen von CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne haben umfassende Reformen angekündigt, die Parlament und Landesverfassungsgericht in Sachsen-Anhalt stärken sollen. Siegmund wirft den Parteien vor, dabei die AfD bewusst auszugrenzen. „Ein großer Teil des Wählerwillens soll mit diesen Plänen ausgegrenzt werden“, argumentierte der Spitzenkandidat. Aus seiner Sicht zeigt die Zusammenarbeit der anderen Fraktionen, dass auf eine „neue Einheitspartei“ hingesteuert werde, deren einziger Konsens darin bestehe, gegen die AfD zu arbeiten.

Reform soll Wahl von Verfassungsrichtern sicherstellen

Kernpunkt der geplanten Reformen ist die Stärkung des Landesverfassungsgerichts. Derzeit ist für die Wahl von Richtern am Landesverfassungsgericht stets eine Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten erforderlich. Verfügt eine Fraktion über ein Drittel der Stimmen, kann sie diese Wahl blockieren. Die geplanten Änderungen sehen vor, dass das Landesverfassungsgericht selbst dem Landtag Personalvorschläge unterbreiten darf, falls die Wahl neuer Richter scheitert. Für die Wahl dieser Personen wäre dann keine Zweidrittelmehrheit mehr nötig, sondern nur noch die Mehrheit der Landtagsmitglieder.

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Der parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Stefan Gebhardt, verteidigte die Reformpläne mit den Worten: „Wir schützen demokratische Institutionen und Einrichtungen vor möglichen antidemokratischen Angriffen.“

Landtagswahl am 6. September unter besonderen Vorzeichen

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September 2026 ein neuer Landtag gewählt. Die aktuellen Wahlumfragen zeigen ein besonderes Bild: Die vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD liegt deutlich vor der CDU. Die AfD strebt nach eigenen Angaben eine Alleinregierung an. Vor diesem Hintergrund gewinnen die kontrovers diskutierten Reformpläne zusätzliche politische Brisanz. Die Debatte um die Stärkung demokratischer Institutionen versus den Vorwurf des Machterhalts wird die letzten Monate des Wahlkampfs maßgeblich prägen.

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