Landratswahl Uckermark: Wahlbeteiligung verdoppelt - beste Nachricht für Demokratie
Uckermark-Wahl: Wahlbeteiligung verdoppelt - beste Nachricht

Landratswahl in der Uckermark: Demokratie erhält starkes Signal durch gestiegene Wahlbeteiligung

Die Landratswahl in der Uckermark hat mit einer bemerkenswerten Entwicklung aufgewartet: Die Wahlbeteiligung hat sich im Vergleich zu früheren Wahlen mehr als verdoppelt. Damit bilden die Nichtwähler mit 44,7 Prozent erstmals seit langem keine Mehrheit mehr in dem brandenburgischen Landkreis. Diese Entwicklung stellt für viele Beobachter die positivste Nachricht des Wahlabends dar.

AfD-Kandidatin Dörk setzt sich deutlich durch

Bei der Stichwahl um das Landratsamt konnte sich Karina Dörk von der AfD mit deutlichem Vorsprung gegen ihren Herausforderer Felix Teichner durchsetzen. Während Teichner zu Beginn seiner Wahlparty noch von einem Ergebnis über 50 oder 60 Prozent träumte, musste er sich am Ende mit weniger als 40 Prozent zufriedengeben. Die absolute Mehrheit für die AfD in der Uckermark erwies sich als durchaus möglich, wie die vorläufigen Wahlergebnisse zeigen.

Regionale Unterschiede bei den Wahlergebnissen

Die Ergebnisse variieren deutlich zwischen den verschiedenen Gemeinden und Ämtern der Uckermark. In der Stadt Gartz an der Oder erreichte Felix Teichner sein bestes Ergebnis mit 58,1 Prozent der Stimmen. Auch in Casekow (56,4 Prozent) und Hohenselchow-Groß Pinnow (50,6 Prozent) lag er vorn. Auffällig ist dabei, dass in diesen drei Gemeinden die Wahlbeteiligung bis zu 20 Prozentpunkte unter dem kreisweiten Durchschnitt lag.

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Im Amt Gartz (Oder) wurde es mit nur vier Prozentpunkten Abstand besonders knapp. Im Amt Pinnow zeigte sich ein interessantes Muster: Während am Wahltag selbst anteilig mehr Menschen für Teichner stimmten, hatten bei der Briefwahl mehr Wähler für Dörk votiert. In den Gemeinden Randowtal und Zichow konnten AfD-Mehrheiten verzeichnet werden.

Hochburgen und Briefwahl-Entscheidung

Lychen erwies sich als wahre Hochburg für Karina Dörk, wo sie 68,8 Prozent der Stimmen erhielt. Auch im Amt Gerswalde (61,2 Prozent), in Templin (64,3 Prozent) und Angermünde (62,7 Prozent) erreichte sie überdurchschnittlich viele Stimmen. Besonders deutlich fiel ihr Vorsprung bei der Briefwahl aus, wo sie in Templin sogar 85,3 Prozent der Stimmen erhielt.

„Bei der Briefwahl schneiden wir immer schlechter ab“, räumte Teichner am Wahlabend ein. Insgesamt machten 13,4 Prozent aller Wahlberechtigten von ihrem Recht zur Briefwahl Gebrauch – eine Gruppe, die im Vergleich zur letzten Landratswahl 2018 deutlich angewachsen ist.

Positive Entwicklung für demokratische Teilhabe

Die gestiegene Wahlbeteiligung bedeutet, dass sich erstmals seit vielen Landratswahlen in der Uckermark und anderen brandenburgischen Landkreisen die Nichtwähler nicht mehr in der Mehrheit befinden. Damit musste sich diesmal kein Kandidat Sorgen um das Quorum machen, das mindestens 15 Prozent der Stimmen für eine gültige Kandidatur vorschreibt.

Weitere bemerkenswerte Zahlen: Die ungültigen Stimmen liegen mit 737 oder einer Quote von 1,3 Prozent auf einem ähnlichen Niveau wie im ersten Wahlgang 2018. Die Zahl der Wahlberechtigten ist seitdem um knapp 5.000 Personen gesunken, was die gestiegene Beteiligung umso bemerkenswerter macht.

Die Landratswahl in der Uckermark zeigt damit nicht nur politische Präferenzen auf, sondern sendet vor allem ein starkes Signal für die demokratische Kultur in der Region. Die deutlich gestiegene Teilnahme der Bürger an der politischen Willensbildung stellt aus Sicht vieler Demokratieexperten den eigentlichen Gewinner dieser Wahl dar.

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