Ole von Beust analysiert politische Sprache: Lügen, Floskeln und die Macht der Worte
Von Beust über politische Sprache: Lügen und Macht

Ole von Beust analysiert politische Sprache: Lügen, Floskeln und die Macht der Worte

In einem exklusiven Gespräch mit dem SPIEGEL hat Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Ole von Beust das Auftreten und die Sprache aktueller Politiker scharf unter die Lupe genommen. Der CDU-Politiker äußert sich kritisch zu Figuren wie Robert Habeck, Boris Pistorius und Friedrich Merz und beleuchtet dabei grundlegende Mechanismen der politischen Kommunikation.

Kritik an prominenten Politikern

Von Beust nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Bewertung seiner Kollegen geht. Robert Habeck bezeichnet er als selbstverliebt, während er Boris Pistorius als einen "Helmut Schmidt für Arme" abtut. Friedrich Merz wird als spröder Redner charakterisiert, der es an rhetorischer Brillanz fehlen lässt.

Besonders interessant ist seine Beobachtung zur Glaubwürdigkeit in der Politik: "Den Leuten ist offenbar derjenige lieber, bei dem man merkt, dass er lügt", so von Beust. Diese Aussage wirft ein bezeichnendes Licht auf die Erwartungen der Wählerschaft und die Art und Weise, wie politische Botschaften aufgenommen werden.

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Floskeln und die Gefahr der Radikalisierung

Der ehemalige Hamburger Bürgermeister warnt vor der zunehmenden Verwendung von Floskeln und markigen Formulierungen in der politischen Debatte. "Im schlimmsten Fall laufen die Wähler zu denen, die noch markiger formulieren", erklärt er. Dies sei eine gefährliche Entwicklung, die extremistischen Kräften wie der AfD in die Hände spiele.

Von Beust diskutiert auch den Umgang mit der AfD und betont die Notwendigkeit einer klaren Abgrenzung, ohne in die Falle plakativer Parolen zu tappen. Seiner Ansicht nach müssen etablierte Parteien eine Sprache finden, die sowohl authentisch als auch überzeugend ist, um der Radikalisierung entgegenzuwirken.

Hintergrund des Gesprächs

Das Interview führten die SPIEGEL-Redakteure Tobias Becker und Lothar Gorris am 11. Februar 2026. Es bietet einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt eines erfahrenen Politikers, der die deutsche Politiklandschaft aus jahrzehntelanger Perspektive beurteilt.

Von Beusts Analysen sind nicht nur eine Kritik an einzelnen Personen, sondern auch ein Plädoyer für mehr Ehrlichkeit und Substanz in der politischen Kommunikation. Sein Appell richtet sich an alle politischen Akteure, Verantwortung für ihre Worte zu übernehmen und so das Vertrauen der Bürger zu stärken.

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