ZDF deckt mögliche Zensur bei Olympia auf
Das ZDF hat einen bemerkenswerten Vorfall bei den Olympischen Winterspielen aufgedeckt. Nach ihrem Lauf ging das ukrainische Rodelteam in der sogenannten Leadersbox auf die Knie und hielt die Helme in die Höhe. Diese emotionale Geste galt dem Skeletoni Vladyslav Heraskevych, der wegen seines speziellen Helmes nicht starten durfte.
Ton mysteriös abgesenkt
In der Box steht normalerweise eine Kamera, die von den führenden Athleten für Grußbotschaften genutzt wird. Doch als die ukrainischen Rodler Yulianna Tunytska, Ihor Hoi mit Nazarii Kachmar, Andriy Mandziy sowie Olena Stetskiw mit Oleksandra Mokh vor die Kamera traten, war ihre Botschaft im ZDF nicht zu verstehen. Moderator Jochen Breyer wies darauf hin: „Man hört aber, dass der Ton runtergepegelt ist.“
Breyer erklärte weiter: „Wir haben extra nochmal nachgeschaut. In anderen Fällen, wenn die Sportler in die Leadersbox kommen, ist der Ton voll drauf. Das wirkt schon kurios.“ Diese Ungleichbehandlung wirft die Frage auf: Sollte die Botschaft der ukrainischen Athleten bewusst unterdrückt werden?
Verantwortung beim IOC-nahen Unternehmen
Für das Weltsignal ist das Olympic Broadcasting Services (OBS) zuständig – ein Unternehmen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Der Vorfall gewinnt vor dem Hintergrund des Falls Heraskevych besondere Brisanz. Dem Skeletoni wurde die Teilnahme verweigert, weil sein Helm 20 im Krieg gefallene Soldaten zeigte.
Das IOC wertete dies als Regelverstoß und verhängte ein Startverbot. Zunächst wurde Regel 50 ins Spiel gebracht, die politische Botschaften im Wettkampfbereich verbietet. Später verwies man auf Regel 40, die Meinungsäußerungen zwar grundsätzlich erlaubt, aber unter strengen Auflagen.
Verwirrung um IOC-Regelwerk
Heraskevych widersprach den Angaben: „Ich habe keine konkrete Begründung bekommen. Man hat mich nur auf Regel 50 verwiesen.“ Das IOC betonte dagegen, die Präsidentin habe sich im persönlichen Gespräch nicht auf Regel 50 berufen. Selbst IOC-Sprecher Mark Adams geriet in Erklärungsnot: Bei einer Pressekonferenz verwechselte er bei der Rechtfertigung des Rauswurfs beide Regeln und musste sich korrigieren.
Die Diskrepanz zwischen den Aussagen und der möglichen Tonabsenkung bei der Übertragung der Rodler-Botschaft lässt kritische Fragen zur Transparenz und Gleichbehandlung bei den Olympischen Spielen aufkommen.



