Kalifornien: Acht Tote bei verheerendem Lawinenunglück nahe Lake Tahoe - Schwerstes Ereignis seit 40 Jahren
Acht Tote bei Lawinenunglück in Kalifornien - Schwerstes seit 40 Jahren

Verheerendes Lawinenunglück in Kalifornien fordert acht Todesopfer

Im US-Bundesstaat Kalifornien hat sich das schwerste Lawinenunglück seit mehr als vier Jahrzehnten ereignet. Bei einem massiven Schneebrettabgang nahe Castle Peak im Tahoe-Nationalwald sind acht Menschen ums Leben gekommen. Eine weitere Person wird noch vermisst und gilt angesichts der Wucht des Abgangs sowie der extremen Wetterbedingungen als wahrscheinlich tot, wie Sheriff Shannan Moon mitteilte. Sechs Mitglieder der Skitour-Gruppe überlebten das verheerende Ereignis.

Automatisches Notsignal löste Rettungseinsatz aus

Gegen 11.30 Uhr Ortszeit am Dienstag ging bei der Notrufzentrale ein automatisches Notsignal ein, das sowohl durch Lawinen-Verschüttetensuchgeräte als auch über eine Satelliten-SOS-Funktion ausgelöst wurde. Die Gruppe, bestehend aus vier Bergführern und elf Gästen, befand sich auf dem Rückweg einer dreitägigen geführten Skitour im freien Gelände zu den Frog-Lake-Hütten, als sich plötzlich ein Schneebrett löste. Die Lawine war etwa 100 Meter lang - vergleichbar mit der Länge eines Footballfeldes - und erfasste die gesamte Gruppe innerhalb von Sekunden.

Überlebende berichten von dramatischen Momenten

Nach Angaben von Einsatzleiter Captain Russell Greene berichteten die Überlebenden, dass jemand noch „Lawine!“ gerufen habe, bevor die Gruppe rasant erfasst wurde. Die Neuschneelast auf einer instabilen Schneeschicht löste den verheerenden Abgang aus. In der Gruppe waren insgesamt neun Frauen und sechs Männer unterwegs gewesen.

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Extrem schwierige Rettungsaktion unter widrigsten Bedingungen

Mehr als 50 speziell ausgebildete Rettungskräfte, darunter zahlreiche Freiwillige, arbeiteten sich bei Sturm, Schneetreiben und zeitweise extrem schlechter Sicht ins Unglücksgebiet vor. Eine Pistenraupe konnte nur bis auf etwa drei Kilometer an die Unglücksstelle heranfahren, von dort aus mussten die Einsatzkräfte auf Skiern weiter vorrücken. Erst gegen 17.30 Uhr erreichte das erste Team die sechs Überlebenden, die sich in einem Waldstück in Sicherheit gebracht hatten.

Das Sheriffbüro stand über einen Notfall-Satelliten-Nachrichtendienst mit ihnen in Kontakt, über den Textnachrichten gesendet werden konnten. Die Geretteten litten unter verschiedenen Verletzungen und medizinischen Problemen, zwei von ihnen konnten nicht mehr gehen. Drei Tote hatten sie bereits selbst im Lawinenfeld lokalisiert, während sie auf Hilfe warteten.

Bergung der Toten durch anhaltende Lawinengefahr erschwert

Die acht Todesopfer konnten bislang nicht geborgen werden, da das Gelände extrem steil ist und die Gefahr weiterer Lawinenabgänge nach wie vor sehr hoch bleibt. Die Behörden warnten eindringlich vor weiteren Ausflügen ins Gebirge. Inzwischen sei knapp ein Meter neuer Schnee gefallen, was die Lawinengefahr zusätzlich erhöht.

„Die Natur nimmt keine Rücksicht – egal, wie erfahren oder gut vorbereitet man ist“, betonte Sheriff Moon in einer Pressekonferenz. Unter den sechs Geretteten befindet sich ein Bergführer sowie fünf Gäste - drei Männer und zwei Frauen. Zwei Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht, ihre Verletzungen gelten jedoch als nicht lebensbedrohlich.

Historischer Vergleich: Schwerstes Lawinenunglück seit 1982

Der Tahoe-Nationalwald liegt in Kalifornien an der Grenze zum US-Bundesstaat Nevada und beherbergt den bei Touristen äußerst beliebten Lake Tahoe. Der Lawinenabgang ereignete sich nordwestlich dieses Sees. Die Region hat in der Vergangenheit bereits schwere Lawinen erlebt, doch ein Ereignis dieser Tragweite liegt Jahrzehnte zurück: Im März 1982 kamen bei einem Lawinenunglück in einem alpinen Skiresort im Lake-Tahoe-Gebiet sieben Menschen ums Leben. Damals überlebte eine Frau, nachdem sie fünf Tage lang unter Schnee begraben war.

Die aktuelle Katastrophe übertrifft dieses historische Ereignis an Opferzahlen und markiert damit das folgenschwerste Lawinenunglück in Kalifornien seit über 40 Jahren. Die Rettungskräfte setzen ihre schwierige Arbeit unter extremen Bedingungen fort, während die Angehörigen der Opfer mit der tragischen Nachricht konfrontiert werden.

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