Rachel Goldberg-Polin, die Mutter des von Hamas-Terroristen verschleppten und später ermordeten Hersh Goldberg-Polin, hat ein Buch über ihr Schicksal geschrieben. Der 23-jährige Hersh wurde am 7. Oktober 2023 aus seinem Kibbuz entführt und starb nach 328 Tagen in Geiselhaft durch sechs Kugeln aus nächster Nähe.
Ein Leben in Davor und Danach
Goldberg-Polin unterteilt ihr Leben in ein "Davor" und ein "Danach". Im "ewigen Danach" beschreibt sie den Schmerz als "chronisch, allgegenwärtig, permanent, nagend, zirkulär, nicht linear". Das Buch trägt den Titel "When We See You Again" und ist auf Deutsch beim S. Fischer Verlag erschienen.
Schuld und Schicksal
Die Mutter quält sich mit Schuldgefühlen, weil die Bergung von Hershs Leichnam so lange dauerte. Zugleich glaubt sie an eine Bestimmung: "Der Tod wusste schon vor all den Jahren, dass Hersh 23 Jahre und 332 Tage alt werden und dann gehen sollte, weil er getan hatte, wofür er hergeschickt worden war." Sie sieht seine Aufgabe darin, ein sanfter, liebenswerter Mensch gewesen zu sein, der bei allen, die ihn kannten, einen bleibenden Eindruck hinterließ.
Die Suche nach dem Warum
Goldberg-Polin zitiert den Psychiater Viktor Frankl: "Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie." Ihr eigenes Wie lautet: "Wie werde ich den Rest dieses Lebens ohne Hersh überstehen?" Das Warum sucht sie noch: "Ich bin noch nicht fertig mit dem, was mir aufgetragen worden ist. Deshalb bin ich noch hier."
Das Buch stand auf Platz eins der New-York-Times-Bestsellerliste. In Deutschland wird es nun ebenfalls veröffentlicht.



