Lisa Müller: Vom Stempel der Spielerfrau zur selbstbewussten Dressurreiterin und CSU-Aktivistin
Lisa Müller: Vom Stempel der Spielerfrau zur CSU-Aktivistin

Lisa Müller: Vom Stempel der Spielerfrau zur selbstbewussten Dressurreiterin und CSU-Aktivistin

Die Dressurreiterin Lisa Müller, 36, hat eine erfrischende Einstellung zu dem Label, das ihr lange anhaftete: Als Ehefrau des ehemaligen Fußball-Nationalspielers Thomas Müller wurde sie oft nur als „Spielerfrau“ abgestempelt. Doch heute sagt sie: „Inzwischen ist es mir egal.“ Bei einer Wahlkampfveranstaltung mit der CSU-Oberbürgermeisterkandidatin Melanie Huml in Bamberg erklärte Müller sogar, sie finde es „manchmal ganz amüsant“. Sie fügte hinzu: „Ich werde immer für die Dümmste im Raum gehalten. Es ist manchmal auch schön, für das Dummerl gehalten zu werden, dann kann man Menschen mehr beeindrucken, wenn sie mit einem reden.“

Vom Kampf gegen Vorurteile zur strategischen Nutzung

Anfangs versuchte Lisa Müller lange, gegen diesen Stempel anzukämpfen und zu betonen: „Ich bin mehr, ich kann reiten.“ Doch im Laufe der Zeit hat sie gelernt, dem sogar Positives abzugewinnen. Sie nutzt die unterschätzte Wahrnehmung, um in Gesprächen und Begegnungen zu überraschen und zu beeindrucken. Diese Haltung spiegelt sich auch in ihrem Engagement wider: Neben ihrer Karriere als Dressurreiterin ist sie seit kurzem Mitglied der CSU und zeigt Interesse an Wirtschaft und Politik.

Fernbeziehung und berufliche Verpflichtungen

Lisa Müller ist seit 2009 mit Thomas Müller verheiratet, der seit dem vergangenen Sommer bei den Vancouver Whitecaps in der nordamerikanischen Profiliga MLS spielt. Das Paar führt eine Fernbeziehung, was beide als Sportler gut verstehen. „Er als Sportler weiß, wie sehr ich für meinen Sport lebe. Ich als Sportlerin weiß, wie sehr er für seinen Sport lebt“, sagte Müller. Sie ist in Bayern geblieben und kümmert sich weiterhin um das gemeinsame Gestüt Wettlkam. Die Entscheidung, auf zwei Kontinenten zu arbeiten, sei nicht leichtgefallen, aber notwendig, um das Gestüt nicht allein zu lassen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Politisches Engagement und persönliche Herausforderungen

Im vergangenen Herbst absolvierte Lisa Müller ein Schnupperpraktikum im bayerischen Landtag, und im Dezember trat sie in die CSU ein. Die im Landkreis Miesbach aufgewachsene Reiterin wurde sogar von ihrem Stimmkreis gefragt, ob sie nicht als Kandidatin antreten wolle. Doch sie zögerte: „Ich bin zu viel Schisser gewesen. Ich habe mich nicht getraut, weil ich dachte, ich kenne mich zu wenig aus.“ Trotz dieser Unsicherheit zeigt ihr Schritt in die Politik ein wachsendes Selbstbewusstsein und den Willen, sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Lisa Müller hat auch mit beleidigenden Kommentaren auf Social Media zu kämpfen, insbesondere gegen Bodyshaming, wogegen sie sich wehrt. Ihr Weg von der als „Spielerfrau“ abgestempelten Person zur selbstständigen Dressurreiterin und politisch aktiven Frau ist ein Beispiel für persönliches Wachstum und die Überwindung von Vorurteilen. Sie beweist, dass Labels nicht definieren müssen, wer man ist, sondern wie man sie nutzt, um stärker zu werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration