Traditioneller Starkbieranstich am Nockherberg mit neuer Besetzung
Am 4. März 2026 fand im Paulaner am Nockherberg die traditionelle Salvatorprobe statt, die vom Bayerischen Rundfunk live übertragen wurde. Im Mittelpunkt stand die erste Fastenpredigt von Stephan Zinner, der die Nachfolge des kritisierten Maxi Schafroth antrat. Das Singspiel mit dem Titel "Wirf das Handtuch, Lindwurm!" sorgte für politische Spitzen und Unterhaltung.
Debütant Zinner tritt mit gemischten Reaktionen auf
Stephan Zinner begann seine Rede mit einem "Griass gott beinand" und thematisierte gleich zu Beginn die bayerische Staatsregierung. Seine Kritik richtete sich unter anderem an Ministerpräsident Markus Söder, den er als "Dr. Fu Manchu Bayerns" bezeichnete. Zinner appellierte für mehr Augenmaß in der Politik und schloss mit den Worten: "So und jetzt trinke ich ein bis drei Maß und bereite mich auf die Manöverkritik von meinem Vater morgen vor."
Die Reaktionen im Saal blieben verhalten, mit wenigen Lachern. Ein AZ-Reporter berichtete sogar von einem eingeschlafenen Pressevertreter. Dennoch zeigten sich viele Politiker nach der Rede wohlwollend. Alt-OB Christian Ude lobte die "intellektuelle Schärfe", während Innenminister Alexander Dobrindt die Mischung aus Humor und Kritik hervorhob.
Singspiel mit bissigen politischen Anspielungen
Das Singspiel "Wirf das Handtuch, Lindwurm!" eröffnete mit einer apokalyptischen Stimmung und Raben auf der Bühne. Oberbürgermeister Dieter Reiter trat als Bettelmönch auf und bat mit "Mein verarmtes München" um Spenden. Markus Söder konterte mit Verweis auf Olympia als Sanierungsmöglichkeit.
Besondere Aufmerksamkeit erregte der Auftritt von Alexander Dobrindt als Sheriff, der eine Personenkontrolle durchführte und Reiter mit Abschiebung drohte. Das Bühnenbild mit Wild-West-Atmosphäre, kaputtem Auto und Windmühlen bot Raum für zahlreiche politische Interpretationen.
Prominente Gäste und Hintergrundgeschichten
Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Politprominenz aus Berlin und München, darunter Arbeitsministerin Bärbel Bas, die den Nockherberg erstmals live erlebte. OB-Kandidat Dominik Krause äußerte sich gespannt auf mögliche Erwähnungen im Kommunalwahlkampf.
Maxi Schafroth, der nach der Kritik im Vorjahr zurückgetreten war, zeigte sich "wahnsinnig glücklich" mit seinem Nachfolger. Die Veranstaltung bot auch in diesem Jahr wieder eine "all gender"-Toilette, was von der AZ als Ausdruck bayerischer Liberalitas kommentiert wurde.
Die Autoren Richard Oehmann und Stefan Betz hielten sich vor der Veranstaltung bedeckt und betonten, nun könne man "eh nix mehr machen". Die bayerische Tradition bewahrte sich trotz bundespolitischer Einflüsse, wie von Markus Söder gewünscht, der eine "nicht zu preußische" Ausrichtung forderte.



