Berlin vor dem internationalen Frauentag: Vielfältiges Demonstrationsprogramm angekündigt
Zum internationalen Frauentag am 8. März 2026 bereitet sich die Hauptstadt auf ein umfangreiches Demonstrationsgeschehen vor. Bereits am Samstag, dem 7. März, beginnen die Protestaktionen und setzen sich über den eigentlichen Feiertag am Sonntag bis zum Montag, dem 9. März, fort. Das Spektrum reicht dabei von gemäßigten gewerkschaftlichen Kundgebungen bis hin zu linksradikalen Aufmärschen, wobei auch Konflikte innerhalb der linken Szene zum Thema Palästina eine Rolle spielen.
Vom Vorabend bis zum Frauenstreiktag: Ein volles Wochenende
Den Auftakt bildet am Samstagmittag um 14.30 Uhr die „Vorabenddemo zum 8. März“ auf dem Martha-Ndumbe-Platz in Wedding, bei der 300 Teilnehmerinnen erwartet werden. Am Abend folgt um 18.00 Uhr ein „Protestlauf“ vom RAW-Gelände in Friedrichshain nach Kreuzberg und zurück, der sich gegen Diskriminierung und Ungleichheiten von FLINTA*-Personen und marginalisierten Gruppen im Sport richtet und für 150 Demonstrantinnen angemeldet ist.
Am Sonntag, dem eigentlichen Frauentag, startet um 11.30 Uhr die größte Demonstration des Tages: Die Gewerkschaft Verdi und weitere Gruppen haben einen Zug mit 10.000 Teilnehmerinnen vom Oranienplatz zum Roten Rathaus unter dem Motto „feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich“ angemeldet. Parallel dazu beginnt um 12.00 Uhr der traditionelle „Purple Ride - Feministisch Fahrrad Demo“ linker und lesbischer Frauengruppen mit 2.000 erwarteten Teilnehmerinnen, der vom Mariannenplatz in Kreuzberg aus startet und durch Mitte führt.
Linksradikale Gruppen und internationale Bezüge
Ab 13.00 Uhr demonstrieren linke und linksradikale Gruppen unter dem Titel „Feminism Unlimited“ von der Schönhauser Allee bis zum Rosa-Luxemburg-Platz, wobei 3.000 Teilnehmerinnen angemeldet sind. Sie fordern einen antifaschistischen und antikapitalistischen Feminismus. Eine weitere größere Demonstration mit dem Motto „8. März International“ und erwarteten 1.200 Teilnehmerinnen startet um 15.00 Uhr am Kottbusser Tor in Kreuzberg und endet an der Reuterstraße in Neukölln. Hier rufen auch linksradikale Gruppen zur Teilnahme auf, die „Freiheit für Palästina“ fordern und von einer „Revolutionären 8. März Demo“ sprechen.
Die Vielzahl an linken Frauen-Kundgebungen erklärt sich teilweise durch Zerwürfnisse innerhalb der Szene bezüglich der Positionen zu Israel und Palästina. Im vergangenen Jahr kam es bei zwei Demonstrationen in Kreuzberg mit Bezug zum Nahost-Konflikt zu Ausschreitungen, bei denen sieben Polizisten verletzt und 28 Demonstranten festgenommen wurden.
Weitere Aktionen und der Frauenstreiktag
Weitere kleinere Demonstrationen mit jeweils 200 Teilnehmerinnen sind am Alexanderplatz, am Gesundbrunnencenter und abends erneut am Mariannenplatz geplant. Für den Montag, den 9. März, sind erneut viele Demonstrationen unter dem Motto „Frauenstreiktag“ angemeldet. Die größte findet um 12.00 Uhr am Brandenburger Tor mit 5.000 angemeldeten Teilnehmerinnen statt und trägt den Titel „Globaler Frauen*streik“. Die Organisatoren wollen weltweite Bedrohungen, den Rechtsruck und Angriffe auf Gleichstellungspolitik und Frauenrechte nicht länger hinnehmen und betonen: „Genug. Enough. Uns reicht es.“
Insgesamt zeigt sich, dass der internationale Frauentag 2026 in Berlin ein breites Spektrum an feministischen Positionen und Protestformen vereint, von gewerkschaftlicher Solidarität bis hin zu radikalen internationalistischen Forderungen.



