Berliner Stromausfall: Bürgermeister Wegner verteidigt sein Handeln trotz eingestandener Fehler
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (52, CDU) steht seit dem verheerenden Stromausfall im Januar 2026 in der Kritik. Nach einem Brandanschlag von Linksextremisten auf das Berliner Stromnetz waren zehntausende Bürgerinnen und Bürger von Kälte und Dunkelheit betroffen. Wegner sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, er habe in der Kommunikation mehrfach gelogen und sich nicht ausreichend um die Krise gekümmert.
Eingestandene Kommunikationspannen und eine Tennispause
Im Gespräch mit der B.Z. räumt Wegner nun kommunikative Fehler ein: „Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht und möchte mich dafür bei allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigen. Es tut mir aufrichtig leid.“ Er betont jedoch, nicht bewusst getäuscht zu haben. Besonders kritisiert wurde, dass er zunächst nicht erwähnte, für eine Stunde zum Tennisspiel das Homeoffice verlassen zu haben – „um den Kopf freizubekommen“, wie er später in einem Interview mit WELT erklärte.
„Ich habe meinen Job gemacht!“, stellt Wegner entschieden klar und wehrt sich gegen den Vorwurf, zu wenig getan zu haben.
Eskalation der Krise und koordinierte Maßnahmen
Die Ereignisse am 3. Januar 2026 entwickelten sich dramatisch. Um 8.07 Uhr erhielt Wegner die erste Nachricht von Innensenatorin Iris Spranger über 19.000 betroffene Haushalte, mit der Prognose, der Schaden werde bis zum Abend behoben sein. Bis 12.07 Uhr stieg die Zahl auf 45.000 Haushalte, und die Wiederherstellung des Stroms war unklar.
Nach Telefonaten mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey und seiner Senatskanzlei folgte die Tennispause. Um 14.30 Uhr wurde bekannt, dass die Reparatur bis zum folgenden Donnerstag dauern könnte. „Mir wurde dann im Laufe des weiteren Tages klar, dass wir möglicherweise erstmalig für Berlin die Großschadenslage ausrufen müssen“, so Wegner.
Koordinierte Krisenbewältigung mit Bundeswehr und Hilfsorganisationen
Mit der Ausrufung der Großschadenslage durch Innensenatorin Spranger – die der Regierende Bürgermeister nicht selbst anordnen kann – wurde die Koordination der Einsätze vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf an den Senat übergeben. Dies ermöglichte den Einsatz ehrenamtlicher Helfer von DRK und THW sowie die Anforderung von Bundeswehrunterstützung.
Wegner ließ über die Präsidentin des Abgeordnetenhauses Kontakt zu Brigadegeneral Horst Busch, Kommandeur des Landeskommandos Berlin der Bundeswehr, aufnehmen, um ihn für den Krisenstab zu gewinnen. Zusätzlich beriet er sich mit der Polizeiführung, nahm Kontakt zum Bundeskanzleramt und Bundesinnenministerium auf und nahm an Sitzungen des Berliner Krisenstabes teil.
Emotionale Spannung und Rechtfertigung des Handelns
„Es war eine emotional angespannte Situation“, beschreibt Wegner die Lage. „Aufgrund meiner Fehler in der Kommunikation ist ein Eindruck entstanden, den ich sehr bedauere. Tatsächlich habe ich mich mit aller Kraft in die Bewältigung dieser Krise gestürzt, als absehbar war, welche Dimension das annimmt.“
Auf die Frage, warum er erst am Tag nach dem Brandanschlag vor Ort bei Helfern und Opfern erschien, antwortet er entschieden: „Da hätte ich niemandem geholfen, im Gegenteil, ich hätte die Arbeiten behindert, ich hätte nur gestört und Hilfsarbeiten unterbrochen.“
Die Aufarbeitung des Stromausfalls und die politischen Konsequenzen beschäftigen Berlin weiterhin, während Wegner sein Krisenmanagement trotz der eingestandenen Kommunikationsfehler vehement verteidigt.



