Borussia Dortmund präsentiert neuen Sportdirektor
In einer überraschend schnellen Reaktion auf das Ausscheiden von Sebastian Kehl hat Borussia Dortmund mit Jens-Ole Book einen neuen Sportdirektor verpflichtet. Der 40-jährige ehemalige Sportvorstand der SV Elversberg wurde bereits am Montagmittag vorgestellt – weniger als 24 Stunden nach der Bekanntgabe von Kehls Abgang.
Kein direkter Ersatz, sondern ein Paradigmenwechsel
Experten betonen, dass Book kein Eins-zu-Eins-Ersatz für seinen Vorgänger werden soll. „Es ist ein Paradigmenwechsel“, erklärt BVB-Reporter Oliver Müller. „Die Dortmunder haben die Probleme der Vergangenheit erkannt und wollen mit ihm neuen Wind reinbringen.“ Vor allem im Transfermarkt soll der neue Sportdirektor mit kreativen Ideen überzeugen.
Die Trennung von Sebastian Kehl wird dabei nicht negativ bewertet. „Gerade am Ende konnte er machen, was er will – Kehl konnte es einfach keinem mehr Recht machen“, stellt SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer fest. Der Zeitpunkt der Trennung erscheint sinnvoll, da der BVB nun die Sommer-Transferphase planen muss.
Spezielle Ausstiegsklausel ermöglichte Wechsel
Besonders pikant ist ein Vertragsdetail, das den Wechsel Books überhaupt erst möglich machte. „Es gab eine Ausstiegsklausel, die nur für Borussia Dortmund galt“, verrät Sedlbauer. Andere Vereine hätten sich bereits an dieser Klausel die Zähne ausgebissen. Für den in Beckum geborenen Westfalen und bekennenden BVB-Fan Book kam offenbar nur ein Wechsel zum Dortmunder Verein in Frage.
Dass der BVB mitten in der Saison den Erfolgs-Architekten eines Zweitligisten verpflichten kann, der sich im Aufstiegskampf der 2. Liga befindet, ist diesem speziellen Vertragsdetail zu verdanken.
Book bringt beeindruckende Referenzen mit
Aus BVB-Kreisen ist zu hören, dass Book über ein außergewöhnlich gutes Netzwerk verfügt – auch zu Top-Vereinen. Seine Fähigkeit, Spieler zu entdecken und gewinnbringend weiterzuverkaufen, bewies er bereits mit Transfers wie:
- Nick Woltemade
- Fisnik Asllani
- Younes Ebnoutalib
Sedlbauer sieht in der Verpflichtung jedoch auch ein gewisses Risiko: „In Dortmund zu arbeiten, ist natürlich etwas ganz anderes als im ruhigen Elversberg. Beim BVB wirst du jeden Tag unter dem Brennglas begutachtet und bewertet.“
Mögliche weitere Verstärkung aus Elversberg
Interessant bleibt die Zukunft von David Blacha, dem bisherigen Leiter Lizenzbereich und Scouting der SV Elversberg. Der 35-Jährige übernimmt vorerst die sportlichen Aufgaben in Elversberg und gilt als enger Vertrauter von Book. Auch der BVB findet Blacha spannend, hat sich aber darauf geeinigt, zum jetzigen Zeitpunkt keinen Vorstoß zu wagen.
Die Elversberger zeigten sich in den Verhandlungen trotz des Verlusts ihres Erfolgs-Architekten mitten im Aufstiegsrennen an einer gemeinsamen Lösung mit dem BVB interessiert. Das Thema Blacha könnte jedoch für die Zukunft wieder relevant werden, da er in Dortmund als interessanter Name gehandelt wird.
Bereits am Mittwoch wird sich Jens-Ole Book im Rahmen einer Pressekonferenz im Signal Iduna Park in seiner neuen Position vorstellen. Der BVB setzt mit dieser Personalie deutlich auf Erneuerung und möchte die sportliche Ausrichtung des Vereins neu justieren.



