Brandenburg-Umfrage: AfD bleibt stärkste Kraft, aber ohne Zugewinne nach Koalitionsbruch
Potsdam • Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ), der Märkischen Oderzeitung (MOZ) und der Lausitzer Rundschau (LR) zeigt: Die AfD wäre bei einer Landtagswahl in Brandenburg am kommenden Sonntag mit 34 Prozent der Wählerstimmen weiterhin die stärkste politische Kraft. Die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke käme auf 24 Prozent. Die Erhebung basiert auf Befragungen von 1000 Wahlberechtigten in der Zeit vom 11. bis 18. März 2026.
AfD stagniert trotz politischer Turbulenzen
Interessanterweise hat die AfD, die in Brandenburg vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft wird, es nicht geschafft, vom jüngsten Bruch der Koalition aus SPD und BSW zu profitieren. Die Umfragewerte der Partei stagnieren seit September 2025 auf einem hohen Niveau. Lediglich in einer Umfrage von Infratest dimap aus dem Dezember 2025 erreichte sie kurzzeitig 35 Prozent. Die SPD war in einer INSA-Umfrage für den Nordkurier im Januar 2026 bei 25 Prozent, wobei die Fehlertoleranz solcher Erhebungen bei etwa drei Prozent liegt, was solche Schwankungen relativiert.
Koalitionsbildung bleibt schwierig
Die CDU, der neue Koalitionspartner von Ministerpräsident Woidke, würde laut der aktuellen Umfrage 14 Prozent der Stimmen erhalten, nach 13 Prozent im Januar. Das BSW bleibt konstant bei acht Prozent, die Linke fällt auf sieben Prozent (Januar: acht Prozent) und die Grünen stagnieren bei fünf Prozent. Eine Koalitionsbildung ohne Beteiligung der AfD wäre derzeit nur mit vier Partnern möglich: Eine Rot-Schwarz-Koalition aus SPD und CDU hätte lediglich 38 Prozent der Stimmen und wäre damit deutlich unter der erforderlichen Mehrheit.
Große Skepsis gegenüber der neuen Regierung
Die Brandenburger Bevölkerung blickt mit erheblicher Skepsis auf die neue Koalitionsregierung. Ganze 55 Prozent der Befragten glauben nicht, dass diese Koalition verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen kann. Noch deutlicher ist die Ablehnung bei der Frage nach der Problemlösungsfähigkeit: 59 Prozent sind der Ansicht, dass die neue Regierung „die drängendsten Probleme des Landes“ nicht lösen kann.
Weiterhin sprechen sich 41 Prozent der Brandenburger für Neuwahlen aus, während nur 31 Prozent die Entscheidung von Ministerpräsident Dietmar Woidke für richtig halten, nach dem Bruch von Rot-Lila ein Bündnis mit der CDU zu bilden. Diese Zahlen unterstreichen die politische Zerreißprobe, vor der Brandenburg steht, und zeigen, dass die Wählerschaft tief gespalten ist über den richtigen Weg für das Bundesland.



