Bahnstrecke Hamburg-Berlin: Ersatzbusverkehr bleibt bis Mitte Juni bestehen
Die umfassende Sanierung der wichtigen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin zieht sich deutlich länger hin als ursprünglich geplant. Nach aktuellen Angaben der Deutschen Bahn wird die vollständige Inbetriebnahme der Strecke erst am 14. Juni 2026 erfolgen – das sind ganze sechs Wochen später als zunächst vorgesehen. Seit August des Vorjahres wird die Strecke generalsaniert, was insbesondere Pendlerinnen und Pendler in Berlin und Brandenburg betrifft, die noch bis Mitte Juni auf den Ersatzverkehr mit Bussen angewiesen bleiben.
Probleme mit Busbetreiber Ecovista
Trotz jüngster Schwierigkeiten im Ersatzbusverkehr will die Deutsche Bahn vorerst am bisherigen Betreiber Ecovista festhalten. Wolfgang Weinhold, Programmleiter Generalsanierung bei der zuständigen Bahn-Tochter DB-InfraGo, bestätigte, dass Ecovista derzeit nicht die vertraglich vereinbarten Leistungen erbringe. Beide Seiten befänden sich jedoch in intensiven Gesprächen, um diese Situation zu verbessern.
„Wenn uns das gelingt, gehen wir im Moment davon aus, dass wir mit Ecovista auch verlängern“, betonte Weinhold in einer aktuellen Stellungnahme. Die Bahn hat Ecovista bereits abgemahnt und pocht auf die strikte Einhaltung der vereinbarten Vertragsbedingungen.
Ursachen für die Qualitätsprobleme
Die Probleme mit Ecovista haben konkrete Ursachen: Anfang März hatte das Unternehmen aufgrund von Streitigkeiten mit einem Investor quasi über Nacht rund 200 Neufahrzeuge durch gebrauchte Busse ausgetauscht. Diese Ersatzfahrzeuge entsprechen weder in ihrer Ausstattung noch in ihrer Qualität dem vertraglich festgelegten Standard. Seit diesem Fahrzeugwechsel kommt es zudem etwas häufiger zu ungeplanten Ausfällen im Ersatzverkehr.
Alternative Vertragspartner in Bereitschaft
Sollte keine zufriedenstellende Lösung mit Ecovista gefunden werden, muss die Deutsche Bahn auf alternative Vertragspartner zurückgreifen. Weinhold nannte hierbei drei Unternehmen, mit denen bereits Kontakte bestehen:
- Die konzerneigene SEV GmbH
- Die Busgesellschaft go.on
- Das Unternehmen deu.mobil
Diese Unternehmen stünden als potenzielle Ersatzpartner bereit, falls die Gespräche mit Ecovista scheitern sollten. Die Entscheidung über eine mögliche Vertragsverlängerung oder einen Wechsel des Busbetreibers wird in den kommenden Wochen erwartet, rechtzeitig vor dem geplanten Inbetriebnahmetermin der sanierten Bahnstrecke Mitte Juni.



