Teurer Sprit in Brandenburg: Ölreserven-Freigabe soll Preise beruhigen
In Brandenburg zahlen Autofahrer derzeit mehr als zwei Euro pro Liter Sprit. Diese hohen Preise führen dazu, dass viele Brandenburger aus Grenzregionen zum Tanken ins benachbarte Ausland fahren, insbesondere nach Polen. Nun setzt die Landesregierung auf eine mögliche Entlastung durch die Freigabe eines Teils der nationalen Ölreserven.
Wirtschaftsminister Keller begrüßt Entscheidung
Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) äußerte sich positiv zur Freigabe der Ölvorräte. „Das ist eine richtige Entscheidung, die mehr Sicherheit in den internationalen Mineralölhandel bringt und sich so auch stabilisierend auf den Ölpreis auswirken kann“, sagte der Minister. Er betonte jedoch, dass es in Deutschland aktuell keine Versorgungsengpässe gibt und diese auch nicht zu befürchten seien.
Hintergrund: Iran-Krieg und internationale Maßnahmen
Die Freigabe der Ölreserven erfolgt vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Öl- und Spritpreise, die durch den Iran-Krieg verursacht wurden. Die G7-Staaten hatten zuvor über entsprechende Maßnahmen beraten. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Mitglieder aufgefordert, Ölreserven im Umfang von insgesamt 400 Millionen Barrel freizugeben, wie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mitteilte.
Landesregierung setzt sich für Steuersenkung ein
Im Wirtschaftsausschuss des Brandenburger Landtages in Potsdam sprach Minister Keller auch eine mögliche Steuersenkung auf Kraftstoffe an. Die Landesregierung setze sich bei der Bundesregierung aktiv für eine Entlastung bei den Spritpreisen ein. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte zuvor „Abzocke“ und „Preistreiberei“ an deutschen Tankstellen kritisiert.
Tanktourismus ins Ausland nimmt zu
Viele Brandenburger Autofahrer nutzen die günstigeren Spritpreise in Nachbarländern. Neben Polen sind auch Tschechien, Österreich und Luxemburg beliebte Ziele für Tanktouristen. Die Preisunterschiede sind hauptsächlich auf nationale Steuerunterschiede zurückzuführen. Diese Entwicklung belastet nicht nur die Verbraucher, sondern hat auch Auswirkungen auf den regionalen Handel und die Wirtschaft.



