Solidaritätskonzert in Bad Belzig: Polizeischutz und Bodyguards für Heino
Rund 850 begeisterte Fans strömten am Samstagabend zu Heinos ausverkauftem Solidaritätskonzert in Bad Belzig. Der 87-jährige Volkssänger gab dabei Klassiker wie „Blau blüht der Enzian“ zum Besten. Das Besondere an diesem Auftritt war jedoch die ungewöhnlich starke Bewachung: Wegen angekündigter Proteste sicherten sowohl die Polizei als auch ein privates Security-Team die Veranstaltung ab.
Umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen für friedlichen Abend
Ein Sprecher der Polizei Brandenburg erklärte dazu: „Es wurde ein lageangepasster Polizeieinsatz geplant. Ziel des polizeilichen Einsatzes ist es, die Sicherheit und Ordnung sowie auch den störungsfreien Verlauf der geplanten Veranstaltungen zu gewährleisten.“ Der Veranstalter hatte zusätzlich ein vierköpfiges Security-Team engagiert, das speziell für Heinos persönlichen Schutz verantwortlich war.
Heino selbst zeigte sich gelassen: „Ich habe keine Angst. Vor niemandem! Aber ich möchte auch nicht, dass hier irgendwelche Verrückten auf meine Fans losgehen. Wir wollen hier einen friedlichen und fröhlichen Abend verbringen – ohne Störungen.“ Tatsächlich wurde im gleichen Ort ein Gegenkonzert unter dem Motto „Knallbunt ist die Haselnuss“ angekündigt – eine Anspielung auf Heinos Lied „Schwarzbraun ist die Haselnuss“. Beide Veranstaltungen verliefen letztlich jedoch völlig friedlich.
Hintergrund: Solidarität mit geschasstem Feuerwehrmann
Der Anlass für das Konzert war ein Vorfall bei den Feuerwehr-Meisterschaften in Torgau im vergangenen Jahr. Der Feuerwehr-Wettkampfrichter Richard Münder aus Bad Belzig hatte versehentlich eine von Heino eingesungene Version aller drei Strophen des Deutschlandliedes abspielen lassen. Daraufhin wurde Münder vom Feuerwehrverband von seinen Aufgaben entbunden.
Heino äußerte deutliche Kritik an dieser Entscheidung: „Jeder hat eine zweite Chance verdient. Der Mann hat jahrelang ehrenamtlich seinen Beitrag geleistet für unsere Gesellschaft. Und ich finde es nicht in Ordnung, wie man mit ihm umgegangen ist.“ Auch Richard Münder sieht sich zu Unrecht als Alleinschuldiger diskreditiert und weist Vorwürfe der Rechtslastigkeit zurück. Er bedauerte das Versehen beim Abspielen der ersten Strophe der Nationalhymne.
Historischer Kontext und emotionale Geste
Interessant ist der historische Hintergrund: Heino hatte in den Siebzigerjahren die Version mit allen drei Strophen des Deutschlandliedes für ein Schulprojekt aufgenommen – auf Bitte des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger (CDU). Filbinger war 1978 nach Enthüllungen über seine Tätigkeit als Marinerichter im Nationalsozialismus zurückgetreten.
Während des Konzerts kam es zu einer bewegenden Geste: Heino reichte Feuerwehrmann Richard Münder von der Bühne aus die Hand. Anschließend sang er die deutsche Nationalhymne, was bei den anwesenden Fans auf große Zustimmung stieß. Polizeirevierleiter Andreas Stimming (50) und sein Team sorgten währenddessen für die Sicherheit aller Besucher.
Das Solidaritätskonzert in Bad Belzig zeigte somit nicht nur Heinos ungebrochene Popularität, sondern auch sein Engagement für gesellschaftliche Anliegen – selbst wenn dies unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen stattfand.



