Newcastle-Krankheit wütet in Brandenburg: Millionen Geflügeltiere müssen sterben
Newcastle-Krankheit: Millionen Tiere in Brandenburg betroffen

Newcastle-Krankheit erreicht alarmierende Ausmaße in Brandenburg

Die hoch ansteckende Newcastle-Krankheit, auch als atypische Geflügelpest bekannt, breitet sich in Brandenburg weiter aus und verursacht immense Schäden in der Geflügelwirtschaft. Nach Angaben des Agrarministeriums sind in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oder-Spree neue Ausbrüche in Geflügelbetrieben gemeldet worden, wodurch die Gesamtzahl der Fälle auf 14 gestiegen ist.

Katastrophale Auswirkungen auf die Tierbestände

Bereits zuvor mussten in Brandenburg etwa 2,1 Millionen Tiere aufgrund der Seuche getötet werden. Mit den jüngsten Ausbrüchen kommen weitere über 300.000 Tiere hinzu, die von der Tötung betroffen sind. Im Landkreis Oder-Spree ist die Krankheit in einem Masthähnchenbetrieb mit rund 70.000 Tieren ausgebrochen. Im Landkreis Dahme-Spreewald wurden in einem bereits betroffenen Betrieb in sechs weiteren Stallanlagen, jeweils mit etwa 40.000 Tieren, Infektionen amtlich festgestellt, was zur Tötung von etwa 240.000 Tieren führt.

Wirtschaftliche und emotionale Belastungen für Betriebe

Der Landkreis Dahme-Spreewald bezeichnete die jüngsten Ereignisse als "tief erschütternd". "Den letzten Stall des Geflügelbetriebes in Bestensee aufgeben zu müssen und die Tötung der Tiere anzuordnen, ist ein schwerer und schmerzlicher Schritt für uns alle", teilte der Landkreis mit. Der vollständige Befall durch die Newcastle-Krankheit stellt die Betriebe vor immense wirtschaftliche Herausforderungen. Bisher mussten allein im Landkreis Dahme-Spreewald 1,36 Millionen Tiere getötet werden. Neben großen Agrarbetrieben sind auch vier Kleinstierhalter in Bestensee, Zeesen und Mittenwalde betroffen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche

Die Behörden haben umfangreiche Untersuchungen eingeleitet, um die Ausbreitung des Virus nachzuvollziehen. Dazu gehören:

  • Überprüfung der Wege, auf denen Tiere und Produkte in die Betriebe gelangten und diese verließen
  • Ermittlung von Personenkontakten
  • Kontrolle der Impfungen, da in Deutschland eine Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit gilt

Wie das Virus genau in die Betriebe eingeschleppt wurde, ist bislang nicht geklärt. In den betroffenen Landkreisen sind Schutz- und Überwachungszonen mit strengen Auflagen eingerichtet, darunter:

  1. Stallpflicht für Geflügel
  2. Transportverbot für Vögel, Fleisch und Eier
  3. Untersagung von Geflügelmessen und -märkten

Hintergrund und Übertragungswege

Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut wird das Virus in hohen Mengen über Körpersekrete und Kot erkrankter Tiere ausgeschieden. Auch Eier können kontaminiert sein, was das Risiko einer weiteren Verbreitung erhöht. Die Newcastle-Krankheit trat zuletzt vor etwa 30 Jahren in Deutschland in einem ähnlich schweren Ausmaß auf, was die aktuelle Situation besonders besorgniserregend macht.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration