Hessen: Mieter zögern beim Umstieg auf Elektroautos – Lademöglichkeiten als Schlüssel
Hessen: Mieter zögern bei E-Autos – Lademöglichkeiten entscheidend

Hessen: Mieter zeigen Zurückhaltung bei Elektroautos – Lademöglichkeiten als zentrale Hürde

In Hessen sind es vor allem Hauseigentümer, die auf Elektroautos setzen, während Mieter beim Umstieg auf die emissionsfreie Mobilität deutlich zurückhaltender agieren. Eine aktuelle Analyse der Kfz-Versicherung HUK-Coburg offenbart, dass lediglich 18,3 Prozent der privat genutzten Elektroautos in Hessen auf Mieter zugelassen sind. Die überwältigende Mehrheit von 81,7 Prozent wird hingegen von Menschen gefahren, die ein Haus oder eine Wohnung besitzen. Dieser Wert liegt sogar noch über dem Bundesschnitt von 81,0 Prozent. Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf reine Batterieautos, Hybride sind nicht berücksichtigt.

Lademöglichkeiten als entscheidender Faktor für die Verbreitung

Nach Einschätzung der HUK-Coburg hängt die ungleiche Verteilung maßgeblich mit den verfügbaren Lademöglichkeiten zusammen. Besitzer von Garagen-Stellplätzen oder Carports fahren demnach sehr viel häufiger ein E-Auto als diejenigen, die auf öffentlichen Straßen parken müssen. Jörg Rheinländer, Vorstand der HUK, betont: „Wenn sich in den Großstädten Deutschlands die Lademöglichkeiten auch für Freiluftparker verbessern, könnte das nochmal deutliche Zuwächse beim Zulauf der Elektromobilität bringen.“ Die Politik solle sich daher verstärkt darauf konzentrieren, den Menschen in urbanen Gebieten verbesserte Ladeinfrastruktur anzubieten.

Großstädter befürworten E-Autos, steigen aber seltener um

Interessanterweise sind Elektroautos in Metropolen mit mehr als einer halben Million Einwohnern laut einer begleitenden Umfrage eigentlich beliebter als im restlichen Deutschland. So finden 59 Prozent der Großstädter Elektroautos gut oder sehr gut, während es bei Bewohnern kleinerer Kommunen nur 45 Prozent sind. Dennoch steigen die Einwohner der 15 größten deutschen Städte im Durchschnitt seltener auf ein Elektroauto um als Menschen, die außerhalb dieser Zentren oder in ländlichen Regionen wohnen. Der Anteil der E-Auto-Umsteiger in den 15 größten Städten liegt mit 4,6 Prozent unter dem bundesweiten Wert von 5,5 Prozent.

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Frankfurt und andere hessische Städte als positive Ausnahmen

In Hessen zeigt sich jedoch, dass in einigen Großstädten auch Mieter häufiger den Schritt zum Elektroauto wagen. In Frankfurt sind immerhin 39,3 Prozent der E-Auto-Besitzer gleichzeitig Mieter. Städte wie Wiesbaden, Darmstadt, Kassel und Offenbach kommen auf Werte um die 30 Prozent, was deutlich über dem Landesdurchschnitt von 18,3 Prozent liegt. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass verbesserte Ladeinfrastruktur in urbanen Räumen durchaus positive Effekte haben kann.

Bundesregierung plant neue Förderung für Elektroautos

Die Bundesregierung plant in diesem Jahr einen neuen Elektroauto-Zuschuss für Haushalte mit einem Einkommen von höchstens 80.000 Euro. Für Eltern mit Kindern soll die Förderung bis maximal 90.000 Euro Einkommen gelten. Die HUK-Coburg stellt zwar keinen direkten Zusammenhang zwischen Einkommen und Elektroautobesitz her, doch räumt sie ein, dass Gutverdiener sich naturgemäß leichter ein Eigenheim leisten können, was wiederum bessere Lademöglichkeiten mit sich bringt.

Methodik der HUK-Coburg-Analyse

Die HUK-Coburg wertet für ihr sogenanntes „E-Barometer“ in regelmäßigen Abständen ausschließlich private Elektroautozulassungen aus. Im Unterschied zu den Daten des Kraftfahrt-Bundesamts beinhaltet diese Auswertung sowohl neue als auch gebrauchte Fahrzeuge. Firmenautos, Dienstwagen und die Fahrzeugflotten von Autovermietern sind dagegen nicht enthalten. Die Berechnungen basieren auf einer Auswertung der unternehmenseigenen Daten. Die oberfränkische Versicherung ist mit etwa 14 Millionen versicherten Fahrzeugen Marktführer in der Kfz-Sparte.

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