Umfrage-Schock in Mecklenburg-Vorpommern: AfD bei 37 Prozent vor Landtagswahl
AfD in MV-Umfrage mit 37 Prozent stärkste Kraft

Umfrage-Schock in Mecklenburg-Vorpommern: AfD bei 37 Prozent vor Landtagswahl

Noch genau sieben Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat eine aktuelle Umfrage für politische Erschütterungen gesorgt. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa ermittelte im Auftrag der Ostsee-Zeitung einen extrem starken Wert für die AfD von 37 Prozent. Damit wäre die Partei aktuell die mit Abstand stärkste politische Kraft im nordöstlichen Bundesland.

SPD deutlich abgeschlagen, CDU auf Platz drei

Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt in der gleichen Erhebung lediglich auf 23 Prozent und liegt damit weit hinter der AfD. Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2021 hatten die Sozialdemokraten noch knapp an der 40-Prozent-Marke gekratzt. Die CDU rangiert als drittstärkste Kraft mit 13 Prozent, während der derzeitige kleinere Koalitionspartner in der rot-roten Landesregierung, die Linkspartei, bei 11 Prozent liegt.

Weitere Ergebnisse der Umfrage zeigen:

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  • Das Bündnis Sahra Wagenknecht erzielt 5 Prozent und kämpft damit hart um den erstmaligen Einzug in den Landtag
  • Die Grünen liegen bei 4 Prozent
  • Die FDP kommt auf 2 Prozent
  • Damit wären Grüne und FDP aktuell nicht im Landtag vertreten

AfD-Spitzenkandidat spricht von Alleinregierung

AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm, der zugleich Landeschef der Partei ist, fühlt sich durch die Umfrageergebnisse bestätigt. „Es geht in Richtung Alleinregierung“, erklärte Holm in einer ersten Reaktion. Ob die AfD tatsächlich alleine regieren kann, erscheint allerdings noch zweifelhaft. Auf der anderen Seite könnte eine Mehrheit gegen die AfD rechnerisch lediglich durch eine Kombination aus SPD, Linke und CDU erreicht werden.

Politische Machtverhältnisse vor der Wahl

Die Frage, ob eine solche Dreier-Koalition politisch praktikabel ist, bleibt offen. CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters hat eine Zusammenarbeit mit der AfD – also das Einreißen der sogenannten Brandmauer – bisher ausgeschlossen. Allerdings betonen politische Beobachter das „bisher“ in dieser Aussage angesichts der dynamischen Entwicklung im Wahlkampf.

Der erbitterte politische Schlacht um die Vorherrschaft im Schweriner Schloss hat durch die aktuellen Umfragewerte eine bisher nie gekannte Dynamik erhalten. Die Ostsee-Zeitung bestätigt mit ihrer Erhebung einen aktuellen Trend im Osten Deutschlands: Nach Sachsen-Anhalt bewegt sich nun auch in Mecklenburg-Vorpommern die AfD in Richtung der 40-Prozent-Marke.

Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern findet in sieben Monaten statt, doch der Wahlkampf hat bereits jetzt eine intensive Phase erreicht. Die politischen Kräfteverhältnisse im Land scheinen sich grundlegend zu verschieben, was für die etablierten Parteien und insbesondere für Ministerpräsidentin Manuela Schwesig eine enorme Herausforderung darstellt.

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