Führungswechsel und Unmut bei der AfD in Mecklenburg-Vorpommern
Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern befindet sich in einer Phase des internen Umbruchs und der kritischen Selbstreflexion. Der Landesverband hat seine Landesgeschäftsführerin Janine Korth fristgemäß entlassen, wie der Landesvorsitzende Leif-Erik Holm auf Anfrage bestätigte. Holm äußerte sich dazu zurückhaltend und bat um Verständnis, dass er keine öffentliche Diskussion zu diesem Personalwechsel anstoßen wolle.
Kündigung und Gegenwehr der Geschäftsführerin
Laut Berichten des Norddeutschen Rundfunks wehrt sich Janine Korth gegen ihre Kündigung. Für eine Stellungnahme gegenüber der Deutschen Presse-Agentur war sie jedoch nicht erreichbar. Diese Entwicklung deutet auf Spannungen innerhalb der Parteiführung hin, die über eine routinemäßige Personalentscheidung hinausgehen könnten.
Kritik an der Aufstellung der Landesliste
Parallel zur Entlassung der Landesgeschäftsführerin gibt es in der AfD Mecklenburg-Vorpommern erhebliche Kritik an der Aufstellung der Landesliste für die kommende Landtagswahl im September. Holm bestätigte, dass ein Parteimitglied ein Schreiben an den Landeswahlleiter verfasst hat, in dem Bedenken zur Aufstellungsversammlung geäußert werden. Allerdings betonte er, dass es seiner Kenntnis nach keinen formellen Einspruch gebe. Der Landesvorstand werde sich intensiv mit diesen Angelegenheiten befassen.
Hintergrund: Unzufriedenheit aus Rostock
Als Hintergrund für die Unzufriedenheit nennt der NDR-Bericht, dass der AfD-Kreisverband Rostock bei der Kandidatenwahl am 24. Januar in Neubrandenburg leer ausging. Unter den ersten 35 Kandidaten auf der Landesliste befindet sich demnach kein Vertreter aus Rostock, der Wirtschaftsmetropole und größten Stadt des Bundeslandes. Diese Unterrepräsentation könnte ein zentraler Punkt der internen Kritik sein und wirft Fragen zur regionalen Balance innerhalb der Partei auf.
Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern steht somit vor einer doppelten Herausforderung: Sie muss nicht nur den Führungswechsel bewältigen, sondern auch interne Differenzen bezüglich der Wahlvorbereitung klären. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie die Partei diese Situation meistert und ob sie geschlossen in den Landtagswahlkampf ziehen kann.



