Barlach Stuben in Güstrow schließen nach zehnjährigem Betrieb
Die Barlach Stuben in der Plauer Straße/Ecke Bachstraße in Güstrow, bekannt für ihre Mecklenburger Küche, haben endgültig ihre Pforten geschlossen. Das Restaurant, das sich schräg gegenüber vom Güstrower Schloss befand, war zuletzt am 8. März geöffnet. Seitdem sind nicht nur die Stühle hochgestellt und die Rollos heruntergezogen, sondern auch das Schild über dem Eingang wurde abgehängt.
Inhaber ziehen sich nach einem Jahrzehnt zurück
Frank Dankert und seine Ehefrau Claudia, die Inhaber des Restaurants, bestätigen die Schließung. „Wir hören mit den Barlach Stuben nach zehn Jahren auf“, erklärt Frank Dankert. Der 60-Jährige möchte weniger arbeiten und konzentriert sich nun auf die weitere Geschäfte der Familie: die Marktfleischerei und die Viehhalle, die für Tagungen und private Feiern gebucht werden kann.
Ursprünglich war geplant, das Restaurant nur einige Jahre zu betreiben, doch es wurden zehn daraus. „Nun sind es zehn Jahre geworden, länger als eigentlich geplant. Aber jetzt reicht es“, so Dankert.
Personalwechsel und wirtschaftliche Herausforderungen
Zwei Schlüsselfaktoren für die Schließung sind der Ruhestand von Mitarbeiterinnen, darunter Chefköchin Petra Lestin, die als „Mutti der Barlach Stuben“ galt. „Mit einem guten Koch steht und fällt so ein Restaurant“, betont Dankert. Das Team umfasste neben Lestin Koch Florian Zillmer, die Köchinnen Jessica Schröder und Karin Dobrewa sowie Restaurantfachfrau Celina Schmidt.
Gastronomie sei aktuell ein schwieriges Geschäft, trotz guter Besucherzahlen. „Wegen der gestiegenen Preise“, erklärt der erfahrene Gastronom.
Rückblick auf regionale Spezialitäten
Die Barlach Stuben boten regionale deutsche Küche mit Mecklenburger Spezialitäten wie „Himmel und Erde“ (Kartoffel-Apfel-Stampf mit Rotweinsauce, Kassler, gebratener Geflügelleber und braunen Zwiebeln) und Güstrower Sauerfleisch. Das Restaurant verfügte über 60 Innenplätze, einen Raum für Feiern und 30 Terrassenplätze.
„Das war das Schönste an der Restaurantzeit: das viele gute Feedback, weil es den Gästen bei uns so gut geschmeckt hat und weil sie es so gemütlich bei uns fanden“, erinnert sich Dankert mit einem weinenden und einem lachenden Auge.
Neubeginn mit indischer Küche ab Mai
Ab dem 1. Mai werden die Räume im Erdgeschoss des Hauses ein neues Kapitel aufschlagen: Ein indisches Restaurant wird dort eröffnen. Die Dankerts hatten erfolglos nach einem Nachfolger für die Barlach Stuben mit einheimischer Küche gesucht, sind aber froh, einen erfahrenen Gastronomen gefunden zu haben, der bereits Restaurants in Berlin und Düsseldorf betrieben hat.
„Wir hätten gern einen Nachfolger für die Barlach Stuben mit einheimischer Küche gefunden, aber das ist uns nicht gelungen“, bedauert Dankert. Dennoch sieht er der Zukunft positiv entgegen, da die Gastronomie am historischen Standort erhalten bleibt.



