Berater-Streit in MV: SPD zahlt 370 Euro pro Stunde für Agentur - CDU attackiert
Berater-Streit in MV: SPD zahlt 370 Euro pro Stunde

Berater-Streit in Mecklenburg-Vorpommern: SPD zahlt 370 Euro pro Stunde für Agentur

In Mecklenburg-Vorpommern eskalieren die politischen Auseinandersetzungen zwischen der regierenden SPD unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der oppositionellen CDU unter Landeschef Daniel Peters. Im Zentrum des Konflikts steht ein teurer Agenturvertrag sowie die Doppelrolle von Lilly Blaudszun, die sowohl als Leiterin der Kommunikation des SPD-Landesverbandes als auch für die Berliner Kommunikationsagentur 365 Sherpas tätig ist.

Kritik an teurem Beratervertrag ohne Ausschreibung

Die CDU-Landtagsabgeordnete Ann-Christin von Allwörden übt scharfe Kritik an der Landesregierung. Sie wirft der SPD vor, ohne öffentliche Ausschreibung eine teure Kommunikationsagentur aus Berlin engagiert zu haben, die stolze 370 Euro pro Stunde berechnet. "Die Agentur hat bereits gewaltige Summen gekostet und wird noch bis Herbst dieses Jahres für die Landesregierung tätig sein", betont von Allwörden. Dies sei ein schwer nachvollziehbarer Vorgang, zumal jedes Jahr mehr Mitarbeiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Landesregierung zuständig seien.

Doppelrolle von Lilly Blaudszun sorgt für Zündstoff

Besonders brisant ist die parallele Tätigkeit von Lilly Blaudszun. Sie arbeitet einerseits als Kommunikationschefin des SPD-Landesverbandes unter Vorsitz von Ministerpräsidentin Schwesig und andererseits für die Agentur 365 Sherpas. Diese Agentur hatte bereits zuvor für die SPD als Kommunikationsberaterin beim Untersuchungsausschuss zur Gründung der Klimaschutzstiftung und zum Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 gearbeitet.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die CDU-Politikerin von Allwörden zeigt sich verwundert über die Gelassenheit von Staatskanzlei-Chef Patrick Dahlemann: "Dass Herr Dahlemann kein Problem darin sieht, dass eine Mitarbeiterin dieser Agentur im Zweitjob exklusiv für seine Chefin arbeitet, nehme ich zur Kenntnis." Zuvor hatte Dahlemann die CDU wegen ihrer Kleinen Anfrage zum Blaudszun-Mix als "schräg, unverständlich und unglaubwürdig" bezeichnet.

Offene Fragen zu Millionensummen der Stiftung

Von Allwörden weist darauf hin, dass der Untersuchungsausschuss zur Klimaschutzstiftung international auf großes Interesse stieß - in Frankreich, Polen und den USA. "Das dürfte für einen Untersuchungsausschuss auf Landesebene ziemlich einmalig sein", so die Abgeordnete. Besonders kritisch sieht sie die nach wie vor offenen Fragen zu den Millionensummen, die über die Stiftungskonten geflossen sind.

Die politischen Fronten zwischen den einstigen Koalitionspartnern SPD und CDU haben sich deutlich verhärtet. Während die SPD die Kritik als unglaubwürdig abtut, pocht die CDU auf Transparenz und wirft der Landesregierung Verschwendung von Steuergeldern vor. Der Streit um den teuren Beratervertrag und die Personalie Blaudszun entwickelt sich zu einem zentralen Wahlkampfthema in Mecklenburg-Vorpommern.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration