DGB fordert Ausbildungsoffensive vor Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern
DGB fordert Ausbildungsoffensive vor MV-Wahl

DGB fordert Ausbildungsoffensive vor Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Sieben Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) einen umfassenden Katalog mit zehn Wahlforderungen an die Politik vorgelegt. Die Vorsitzende des DGB Nord, Laura Pooth, präsentierte die Forderungen in Schwerin und betonte die Dringlichkeit von Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Zehn Punkte für die Zukunft des Landes

Der Forderungskatalog des DGB umfasst eine breite Palette von Themen, die von einer aktiven Industriepolitik über die Ausweitung des Tariftreuegesetzes bis hin zur Verhinderung von Kita-Schließungen bei rückläufigen Kinderzahlen reichen. Im Zentrum steht jedoch die Forderung nach einer Ausbildungsoffensive, die gezielt darauf abzielt, den Fachkräftemangel im Land zu bekämpfen und die wirtschaftliche Entwicklung zu stärken.

Laura Pooth erklärte dazu: „Die künftige Landesregierung muss alles dafür tun, gute Arbeitsbedingungen zu fördern, Fachkräfte zu sichern und neue zu werben. Die Ausbildung muss gestärkt werden, um langfristig die Wettbewerbsfähigkeit Mecklenburg-Vorpommerns zu erhalten.“

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Kritik an sinkenden Übernahmequoten nach der Ausbildung

Ein besonderes Augenmerk legt der DGB auf die Situation von Auszubildenden. Der Vize-Vorsitzende Daniel Taprogge kritisierte scharf, dass immer weniger junge Menschen nach Abschluss ihrer Ausbildung von ihren Betrieben übernommen werden. Diese Entwicklung sieht der Gewerkschaftsbund als bedenklich an, da sie nicht nur die Perspektiven der Jugendlichen gefährdet, sondern auch den Fachkräftemangel verschärft.

Als konkrete Maßnahme fordert der DGB eine „solidarische Ausbildungsumlage“, die darauf abzielt, die Ausbildungsquote in den Unternehmen zu erhöhen und mehr Betriebe zur Bereitstellung von Ausbildungsplätzen zu motivieren. Diese Ulage soll sicherstellen, dass alle Unternehmen einen Beitrag zur Fachkräfteausbildung leisten und so die Verantwortung für die Zukunft des Arbeitsmarktes teilen.

Wirtschaft sieht Fachkräftemangel nicht als größtes Problem

Interessanterweise steht die Dringlichkeit des Fachkräftemangels in der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns nicht an erster Stelle. Laut der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern im Land, die ebenfalls in Schwerin vorgestellt wurde, rangiert dieses Thema auf Platz fünf der drängendsten Probleme.

Die knapp 900 teilnehmenden Unternehmen nannten als größte Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung in erster Linie die Arbeitskosten, gefolgt von den Energie- und Rohstoffpreisen auf Platz zwei. Auf den weiteren Positionen finden sich die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen auf Platz drei und die Inlandsnachfrage auf Platz vier. Diese Priorisierung zeigt, dass die Wirtschaft aktuell andere Herausforderungen als vordringlich betrachtet, auch wenn der Fachkräftemangel langfristig eine bedeutende Rolle spielt.

Der DGB betont jedoch, dass eine nachhaltige Wirtschaftspolitik nicht nur kurzfristige Probleme adressieren darf, sondern auch langfristige Strategien wie die Ausbildungsoffensive benötigt, um die Grundlagen für Wohlstand und Stabilität in Mecklenburg-Vorpommern zu legen.

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