Golchen: Ehemaliger Friedhof 'Im Walde' entwidmet - Natur erobert mystischen Ort zurück
Golchen: Friedhof 'Im Walde' entwidmet - Natur überwuchert Gräber

Golchen: Der entwidmete Friedhof 'Im Walde' - Ein mystischer Lost Place

In der Gemeinde Golchen, nördlich von Altentreptow gelegen, verbirgt sich ein besonderer Ort mit fast magischer Anziehungskraft. Es handelt sich um den Friedhof 'Im Walde', der seit Jahrzehnten keine neuen Beisetzungen mehr erlebt hat und nun offiziell entwidmet wurde. Licht und Schatten, kombiniert mit dem umgebenden Wald, erzeugen hier geheimnisvolle Eindrücke, die Besucher und Fotografen gleichermaßen faszinieren.

Versteckte Lage und historischer Hintergrund

Der Friedhof liegt so versteckt, dass ihn selbst viele Einheimische nicht kennen. Das Gelände gehört zu einem Landstreifen der Gemeinde Golchen, der sich um die Nachbargemeinde Burow herumzieht und bis zum ehemaligen Bundeswehrmunitionslager sowie entlang der L272 bei Seltz reicht. Vielen ist dieses Gebiet noch als Pflegeheim Seltz bekannt, doch diese Einrichtung wurde bereits 2011 geschlossen. Die Gemeindevertretung wählte für das Areal den neuen Namen 'Im Walde'.

Die ersten Häuser in dieser Siedlung wurden in den 1930er Jahren von der Wehrmacht errichtet, in der DDR-Zeit kamen weitere Gebäude hinzu. Heute gehört die Siedlung dem Verein 'Urlaub miteinAnders', der daraus eine Feriensiedlung entwickelt. Am Rande dieses Gebiets schließt sich der alte Friedhof an, der nun seine offizielle Funktion verloren hat.

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Entwidmung nach gesetzlichen Vorgaben

Am 5. März beschloss die Gemeindevertretung unter Bürgermeister Gerhard Fuchs die Entwidmung des Friedhofs. 'Die letzte Beisetzung hat im Jahr 1991 stattgefunden, somit wurden die Ruhezeiten der Gräber eingehalten', erklärt Fuchs. Grundlage für diese Entscheidung ist das Landesbestattungsgesetz, das Ruhezeiten von mindestens 20 Jahren vorschreibt.

Der Friedhof wurde seit Mitte der 1940er Jahre genutzt, wobei laut einem Schreiben des Landkreises aus dem Jahr 2005 nicht nachgewiesen werden konnte, dass es sich um Kriegsgefallene handelt. 'Vielmehr wird vermutet, dass Verstorbene des Pflegeheims hier beigesetzt wurden', so der Bürgermeister. Eine Friedhofssatzung existierte nie, und die Gräber wurden seit Jahren nicht mehr gepflegt.

Die Natur erobert das Gelände zurück

Die Natur breitet sich auf dem ehemaligen Friedhof ungebremst aus und holt sich das Terrain zurück, das sie einst besaß. Wege sind längst verschwunden, viele Gräber sind überwachsen und werden von wild wuchernden Pflanzen geschmückt, was den Ort noch geheimnisvoller macht. Unter den erkennbaren Gräbern befindet sich das von Martha Neumann, die im März 1946 im Alter von 63 Jahren verstarb. Ihre Grabinschrift zitiert aus dem 1. Korintherbrief: 'Die Liebe höret nimmer auf.'

Das gesamte Gelände wirkt wie eine Traumwelt, die für einen Film hergerichtet wurde. In einem Tal nahe des Friedhofs steht ein verlassenes Haus an einem Fischteich, dessen Tor offensteht, aber niemand mehr hineinfährt. Diese Szenerie verstärkt den Eindruck eines verlassenen, aber faszinierenden Ortes.

Zukunft unter Denkmalschutz

Trotz der Entwidmung bleibt der Friedhof für Besucher zugänglich. Interessanterweise wurde das Gelände kürzlich unter Denkmalschutz gestellt, wie die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises mitteilte. 'Am Montag rief mich die Behörde an und informierte mich über die Unterschutzstellung', berichtet Bürgermeister Fuchs.

Da das Gelände dem Verein 'Urlaub miteinAnders' gehört, kann die Gemeinde jedoch nicht vorhersagen, wie sich der Ort zukünftig entwickeln wird. 'Eines der Gräber wurde bis vor etwa drei Jahren noch gepflegt, und es wurden immer mal Blumen abgelegt', erinnert sich Fuchs. Doch nun ist dieser besondere Ort endgültig der Natur überlassen und bietet eine einzigartige Atmosphäre für alle, die die Stille und Mystik eines vergessenen Friedhofs schätzen.

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