Hammer-Insolvenz: Räumungsverkauf in 44 Filialen erreicht Mecklenburg-Vorpommern
Die bekannte Einrichtungskette Hammer steht vor einer tiefgreifenden Verkleinerung ihres Filialnetzes. Bundesweit müssen 44 von insgesamt 87 Standorten schließen, wie der vorläufige Insolvenzverwalter mitteilte. In diesen Filialen hat bereits der Räumungsverkauf begonnen, bei dem Kunden bis zu 70 Prozent Rabatt auf die Originalpreise erhalten. Die betroffenen Märkte werden voraussichtlich endgültig geschlossen, da es für etwa die Hälfte der Filialen derzeit keine Interessenten gibt, die das Fachmarkt-Konzept weiterführen möchten.
Fünf Standorte in Mecklenburg-Vorpommern betroffen
Von der bundesweiten Schließungswelle sind auch fünf Filialen in Mecklenburg-Vorpommern betroffen. Die betroffenen Märkte in dem norddeutschen Bundesland sind:
- Hammer Fachmarkt Greifswald, Anklamer Landstraße 1, 17491 Greifswald
- Hammer Fachmarkt Bentwisch, Hansestraße 43, 18182 Bentwisch
- Hammer Fachmarkt Rostock, Güstrower Straße 9, 18109 Rostock
- Hammer Fachmarkt Wismar, An der Westtangente 4, 23966 Wismar
- Hammer Fachmarkt Güstrow, Ebereschenweg 2B, 18273 Güstrow
Der Ausverkauf in diesen Filialen läuft noch bis zum 31. März 2026. Kunden haben somit noch einige Wochen Zeit, um Schnäppchen zu ergattern, während die Märkte ihre Lagerbestände abbauen.
Langer Insolvenzprozess mit mehreren Rettungsversuchen
Die finanzielle Krise bei Hammer hat eine längere Vorgeschichte. Bereits im Juni 2025 hatte die Brüder Schlau Gruppe, zu der die Einrichtungskette gehört, Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Im Herbst desselben Jahres wurde dann die Hammer Raumstylisten GmbH gegründet, mit der das Unternehmen einen Neustart versuchte.
Doch auch dieser Rettungsversuch scheiterte. Im Januar 2026 wurde beim Amtsgericht Bielefeld ein Insolvenzantrag gestellt. Zunächst war das Ziel, den Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fortzuführen und alle Standorte zu erhalten. Die Realität sieht nun jedoch anders aus: Für 44 Filialen gibt es keine Zukunftsperspektive mehr.
Auswirkungen auf Mitarbeiter und regionale Wirtschaft
Bundesweit sind rund 1.100 Mitarbeiter von den Schließungen betroffen. Für die Beschäftigten in den zur Schließung vorgesehenen Filialen kann der Insolvenzverwalter derzeit noch keine konkreten Aussagen zur Zukunft treffen. Die Gehälter sind jedoch bis Ende März 2026 über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.
Die Schließung der fünf Hammer-Filialen in Mecklenburg-Vorpommern wird auch Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft haben. Die Einrichtungskette war in mehreren Städten des Bundeslandes ein fester Bestandteil des Einzelhandels. Der Verlust dieser Fachmärkte bedeutet nicht nur weniger Auswahl für Verbraucher, sondern auch den Wegfall von Arbeitsplätzen in der Region.
Der Räumungsverkauf in den betroffenen Filialen bietet Verbrauchern zwar kurzfristig die Möglichkeit zu günstigen Einkäufen, markiert aber gleichzeitig das Ende einer Ära für die Einrichtungskette in vielen Regionen Deutschlands.



