Heilwald in Klink eröffnet: Ein neuer Ort für Gesundheit und Erholung
Die Müritz Klinik in Klink hat am Mittwoch eine besondere Waldfläche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dieser sogenannte Heilwald dient explizit der Gesundheitsförderung und steht nicht nur Patienten, sondern allen interessierten Bürgern offen. Die Eröffnung fand coronabedingt in einer Online-Konferenz statt, an der Vertreter der Klinik, des Gesundheitswesens und der Politik teilnahmen.
Minister lobt kurze Umsetzungszeit und regionale Vorreiterrolle
Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Till Backhaus (SPD), zeigte sich besonders beeindruckt von der schnellen Realisierung des Projekts. „Es ist lobenswert, dass direkt neben der Müritz Klinik ein Privatwald zu einem Heilwald umgewandelt wurde“, betonte er. Der Antrag für das fünf Hektar große Gebiet wurde erst im September 2020 gestellt, was die kurze Planungs- und Bauphase unterstreicht. Backhaus dankte den Klinik-Geschäftsführern Manfred Geilfuß und Dr. Douglas Fernando, der das Gelände zur Verfügung stellte, und äußerte den Wunsch nach weiteren Nachahmern.
Der Minister verwies auf die gesetzlichen Grundlagen, die 2011 mit der Änderung des Landeswaldgesetzes geschaffen wurden und Mecklenburg-Vorpommern eine nationale und internationale Vorreiterrolle bei Kur-, Heil- und Erholungswäldern einräumen. Der erste Heilwald in Europa wurde bereits 2017 in Heringsdorf auf Usedom eröffnet.
Geplante Erweiterung und wissenschaftliche Studie
Hinter dem bestehenden Heilwald ist bereits ein weiteres Projekt in Planung: Ein etwa vier Hektar großer Kinderheilwald soll entstehen, da ab dem 26. Mai die ersten transplantierten Kinder in Klink betreut werden. Ihnen sollen ähnliche Therapiemöglichkeiten wie Erwachsenen geboten werden.
Zur wissenschaftlichen Untermauerung der Waldtherapie wird im Mai eine Studie in Kooperation mit der Universität Hamburg beginnen. Diese soll die Wirkung von Heilwäldern bei chronischen Rückenschmerzen untersuchen. Backhaus bezeichnete den Wald als „grüne Apotheke, Fitnessstudio und Therapeut zur Seelenmassage“ und verwies auf bereits belegte positive Effekte, wie die Reduktion von Aggressionen um 70 Prozent bei täglichen 30-minütigen Waldspaziergängen.
Breites Anwendungsspektrum und öffentliche Zugänglichkeit
Die Heilwirkung des Waldes wird gezielt zur Gesunderhaltung, Prävention, Behandlung von Krankheiten und Genesung eingesetzt. Besonders bei Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Problemen des Bewegungsapparates und psychosomatischen Erkrankungen können deutliche Erfolge erzielt werden.
Die Klinker Bürgermeisterin Jana Böckmann freute sich über die zügige Umsetzung und betonte, dass das Gelände von jedem besucht werden kann. „Ich wünsche mir, dass sich der Wald mit Leben und vielen aktiven Menschen füllt und das Angebot angenommen wird“, sagte sie.
Finanzierung und zukünftige Entwicklungen
Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt stellte Fördermittel in Höhe von 250.000 Euro für das Projekt bereit, das insgesamt 338.000 Euro kostete. In der Videokonferenz wurde auch das Thema Produktentwicklung und Vermarktung angesprochen: Wenn Wälder positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben, sollen entsprechende Produkte entwickelt und angeboten werden.
Der neue Heilwald in Klink steht somit nicht nur für innovative Gesundheitsförderung, sondern auch für eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Klinik, Politik und Wissenschaft – ein Modell, das sicherlich Schule machen wird.



