Hohe Strompreise in Mecklenburg-Vorpommern: Windkraftausbau treibt Netzstabilisierungskosten in die Höhe
Schwerin/Berlin • Die Energiewende zeigt in Mecklenburg-Vorpommern ihre finanziellen Konsequenzen. Eine aktuelle Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm, die dem Nordkurier exklusiv vorliegt, offenbart hohe Millionenbeträge für die Stabilisierung des Stromnetzes. Wind und Sonne liefern nicht jeden Tag zuverlässig Energie – diese Schwankungen treiben die Stromkosten für Bürger und Unternehmen spürbar nach oben.
Redispatch-Kosten belasten Netzbetreiber in MV
Der schrittweise Ausstieg aus der Kernenergie und der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energien verändern die Lastflüsse im Stromnetz erheblich. Netzbetreiber müssen daher immer häufiger sogenannte Redispatch-Maßnahmen ergreifen, um Engpässe zu vermeiden und Überlastungen zu verhindern. Dabei werden Kraftwerke vor einem Engpass gedrosselt, während Anlagen dahinter ihre Leistung erhöhen müssen. In Deutschland summierten sich diese Kosten in den vergangenen Jahren auf bis zu drei Milliarden Euro jährlich.
Leif-Erik Holm, AfD-Bundestagsabgeordneter aus Mecklenburg-Vorpommern, wollte von der Bundesregierung wissen, in welchen Netzgebieten im letzten Jahr die höchsten Redispatch-Kosten entstanden sind. Die Antwort zeigt deutlich: „Beide großen Netzbetreiber in Mecklenburg-Vorpommern befinden sich unter den Top 10“. Konkret planten die E.DIS Netz GmbH mit 68,5 Millionen Euro und die WEMAG Netz GmbH mit 7 Millionen Euro für das Jahr 2025 insgesamt rund 75,5 Millionen Euro für die Stabilisierung des Stromnetzes ein.
AfD-Politiker kritisiert Energiewende als „krachend gescheitert“
„Diese Zahlen zeigen die bittere Realität. Die sogenannte Energiewende ist krachend gescheitert“, kommentierte Holm die Ergebnisse. Der AfD-Politiker, der als Spitzenkandidat seiner Partei bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern im Herbst 2026 antritt, warnte bereits lange vor einem „kopflosen Mega-Ausbau der Windenergie“. Dieser destabilisiere das Stromnetz und führe unweigerlich zum Kollaps der deutschen Energieversorgung.
Holm betonte, dass Bürger und Wirtschaft jeden Monat die Zeche zahlen müssten, wenn ihre Stromrechnung ins Haus flattere. An den horrenden Kosten für die Netzstabilisierung werde die ganze Planlosigkeit der Energiewende deutlich. „Unser Stromnetz benötigt dringend ausreichend grundlastfähige Kraftwerke“, so Holm. Die Bundesregierung fahre diese Kapazitäten mit dem Ausstieg aus Kernenergie und Kohlekraft jedoch weiter herunter, während der Ausbau volatiler Energiequellen vorangetrieben werde.
Mecklenburg-Vorpommern besonders betroffen
Der massive Windkraftausbau in Mecklenburg-Vorpommern führe zu besonders hohen Strompreisen in der Region. Holm erklärte: „Mecklenburg-Vorpommern ist dabei noch mal mehr gekniffen“. Selbst wenn teure Netzentgelte zunächst im Bundeshaushalt versteckt würden, zahlten die Bürger trotzdem – nur diesmal nicht als Stromverbraucher, sondern als Steuerzahler.
Stromexport, Stromimport und Redispatch-Maßnahmen verursachen immer höhere Kosten, die Deutschland laut Holm kaum noch tragen könne. Der AfD-Abgeordnete hofft auf Abhilfe durch die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes. „Ich kann nur hoffen, dass Wirtschaftsministerin Reiche (CDU) tatsächlich das Bremspedal tritt. Das wäre endlich mal eine positive Nachricht für Mecklenburg-Vorpommern“, so Holm abschließend.



