Marine und Industrie üben Schutz kritischer Infrastruktur in der Ostsee
Marine übt Schutz kritischer Infrastruktur in Ostsee

Marine und Industrie starten großangelegte Sicherheitsübung in der Ostsee

In der Ostsee beginnt am Montag eine umfangreiche Sicherheitsübung zum Schutz kritischer Infrastruktur. Die deutsche Marine trainiert gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft für den Ernstfall. Die bis zum 24. April angesetzte Übung findet unter anderem in der Mecklenburger Bucht statt und reagiert auf zunehmende Bedrohungen für maritime Anlagen.

Reaktion auf wachsende Sicherheitsbedrohungen

Die Sabotage der Nord-Stream-Pipelines und vermehrte Schäden an Unterseekabeln haben die Sicherheit kritischer Infrastruktur in der Ostsee in den Fokus gerückt. Die Marine ist nach eigenen Angaben mit Korvetten und Minenjagdeinheiten an der Übung beteiligt. Verschiedene Szenarien werden durchgespielt, darunter ein angenommener Angriff auf ein Unterseekabel oder eine Offshore-Konverter-Plattform.

Zusammenarbeit unter der Initiative SeaSEC

Hinter der Übung steht die Initiative SeaSEC, die Ende 2023 von den Verteidigungsministerien von sechs Ostsee- und Nordsee-Anrainerstaaten gegründet wurde. Der Fokus liegt nach Angaben der Organisatoren auf der Zusammenführung und Nutzung von Daten für ein umfassendes Raum-Lagebild unter und über Wasser. In Warnemünde soll zudem der Schutz eines Hafens geübt werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Autonome Fahrzeuge und moderne Technologien im Einsatz

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee weist andere Seefahrer darauf hin, dass in den für die Übung ausgewiesenen Gebieten mit einer Vielzahl von Überwasser- und Unterwasserfahrzeugen zu rechnen sei. Diese Fahrzeuge würden teils autonom beziehungsweise teilautonom agieren. Maßgeblich beteiligt ist laut SeaSEC das Rostock Institute for Ocean Technologies.

Testfeld Digital Ocean Lab

Die Übung soll auch im Bereich des Digital Ocean Labs stattfinden, einem Ostsee-Bereich in Sichtweite von Nienhagen bei Rostock. Dort werden neue Technologien erprobt und es ragt gut sichtbar eine gelbe Forschungsplattform aus dem Wasser. Das Digital Ocean Lab ist früheren Angaben zufolge auch bei der Nato als Testfeld gelistet und dient als wichtiger Standort für maritime Sicherheitsforschung.

Die umfangreiche Übung unterstreicht die wachsende Bedeutung des Schutzes kritischer Infrastruktur in europäischen Gewässern. Durch die enge Zusammenarbeit von Marine, Industrie und Wissenschaft sollen neue Erkenntnisse für zukünftige Sicherheitsmaßnahmen gewonnen werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration