Vom Hof ins Supermarkt-Regal: Lebensmittel mit MV-Siegel erobern den Markt
MV-Siegel: Regionale Lebensmittel auf dem Vormarsch

Regionale Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern im Aufwind

Die Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern setzt verstärkt auf heimische Erzeugnisse und wirbt mit dem Regionalzeichen Natürlich aus MV um die Gunst der Verbraucher. Von Fleisch- und Wurstwaren aus Stavenhagen über Käse aus der Mecklenburgischen Schweiz bis hin zu Bio-Fleisch aus Severin und Kartoffeln aus Sülte bei Schwerin – die Vielfalt regionaler Produkte wächst stetig.

Expansion des Siegels im Handel und in der Gemeinschaftsverpflegung

Cathérine Reising, Chefin der Marketinggesellschaft der Agrarwirtschaft MV (AMV), kündigte an, dass Produkte mit dem Regionalsiegel künftig in Supermärkten und Einrichtungen wie Kantinen und Mensas stärker in den Fokus gerückt werden sollen. Das Ziel ist es, kurze Lieferketten und enge Zusammenarbeit mit lokalen Produzenten zu fördern, betonte sie. Bereits jetzt unterstützen etliche Handelsketten das vor drei Jahren eingeführte Siegel, darunter ein Edeka-Markt in Stralsund, der mit eigener Regionalkennzeichnung am Verkaufsregal wirbt.

Steigende Nachfrage und wachsende Akzeptanz

Mittlerweile nutzen 123 Produzenten und Handelspartner das Siegel für mehr als 900 Produkte, und regelmäßig kommen neue Anfragen hinzu. Nachdem große Hersteller wie Die Rostocker Wurstfabrikanten, die Brauerei Lübz, Möwe Teigwaren aus Waren und Ludwigsluster Fleisch- und Wurstwaren ihre Produkte mit dem Zeichen gekennzeichnet haben, bewerben sich zunehmend auch kleinere Betriebe um das Herkunftssiegel. Selbst große Handelsketten wie Marktkauf in Greifswald, Netto oder Rewe setzen vermehrt auf regionale Aktionen und Werbung für MV-Produkte.

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Verbrauchertrends und Marktentwicklung

Regionalität bleibt ein starkes Kaufargument, wie Reising beobachtet. In unsicheren geopolitischen Zeiten besinnen sich Verbraucher vermehrt auf Produkte aus ihrer Umgebung, um heimische Produzenten zu unterstützen. Nach einem Absatzhoch während der Corona-Krise, als Hofläden und lokale Erzeuger boomten, hat sich der regionale Absatz wieder auf ein normales Niveau eingependelt. Laut dem Ernährungsreport des Bundeslandwirtschaftsministeriums legen mehr als drei Viertel der Deutschen besonderen Wert auf Regionalität, wobei ältere Kunden ab 45 Jahren dies häufiger tun als jüngere unter 30 Jahren.

  • Bei Eiern, frischem Gemüse und Obst ist die regionale Herkunft für 83 Prozent der Befragten sehr wichtig oder wichtig.
  • Für Brot und Backwaren geben dies 80 Prozent an, für Fleisch und Wurstwaren 71 Prozent.
  • 15 Prozent lassen sich Gemüse und Obst direkt von regionalen Erzeugern nach Hause liefern.

Zukunftsperspektiven: Dachmarke für MV

Die Agrarwirtschaft in MV drängt auf eine einheitliche Dachmarke, um die regionale Vermarktung weiter zu stärken. Bisher hatten einige Regionen mit eigenen Signets geworben, doch nun kann das Regionalzeichen unter dem Dach des Landessignets MV tut gut im Food-Bereich und Handel genutzt werden. Tobias Blömer, AMV-Vorsitzender, kündigte an, dass die Branche zusammen mit dem Land eine Dachmarke entwickeln will, um Einwohner, Urlauber und Gäste besser über Lebensmittel aus dem Nordosten zu informieren. Eine verbesserte Vermarktung soll dazu beitragen, dass beispielsweise die Gastronomie vermehrt auf Produkte aus MV zurückgreift, so Blömer.

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