Mecklenburg-Vorpommern stärkt Regionalvermarktung mit Siegel 'Natürlich aus MV'
MV stärkt Regionalvermarktung mit Siegel 'Natürlich aus MV'

Mecklenburg-Vorpommern setzt auf regionale Vermarktung

Die Agrarwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern intensiviert ihre Bemühungen um die Vermarktung regionaler Produkte. Mit dem vor drei Jahren eingeführten Regionalsiegel „Natürlich aus MV“ sollen Erzeugnisse aus dem Nordosten Deutschlands stärker in den Fokus von Verbrauchern gerückt werden. Dies kündigte Cathérine Reising, Chefin der Marketinggesellschaft der Agrarwirtschaft MV (AMV), an. Das Siegel soll künftig vermehrt in Supermärkten und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung wie Kantinen und Mensas zum Einsatz kommen.

Regionales Label gewinnt an Bedeutung

Mittlerweile unterstützen bereits zahlreiche Handelsketten das Regionalsiegel. Erst im Januar wurde einem Edeka-Markt in Stralsund das Signet verliehen. Dort wird künftig mit eigener Regionalkennzeichnung am Verkaufsregal für Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern geworben – mit regionalen Sortimenten, kurzen Lieferketten und enger Zusammenarbeit mit den Produzenten aus MV. Das Regio-Label findet immer mehr Anhänger: Neben dem Stralsunder Edeka-Markt wurden erst auf der Grünen Woche zwei weitere Zeichen verliehen – an die Eismanufaktur Jackle & Heidi aus Neubrandenburg und Penzlin sowie für einen MV-Regio-Teller in der Mensa Neubrandenburg des Studierendenwerkes Greifswald.

Steigende Nachfrage nach Regionalität

Derzeit nutzen 123 Produzenten und Handelspartner das Siegel für mehr als 900 Produkte. Regelmäßig kommen neue Anfragen hinzu, wie die AMV-Chefin erklärt. Nachdem große Hersteller wie die Wurstfabrikanten Die Rostocker, die Brauerei Lübz, Möwe Teigwaren aus Waren oder die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstwaren inzwischen alle Produkte mit dem Regionalzeichen kenntlich gemacht haben, bewerben sich vermehrt auch kleinere Produzenten um das Siegel. Inzwischen trägt auch der Handel das Regionalzeichen stärker mit, betonte Reising. Selbst große Handelsketten kommen ohne Produkte aus MV nicht mehr aus.

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So wird beispielsweise beim Marktkauf in Greifswald, in den Netto-Märkten oder bei Aktionswochen in Rewe-Märkten verstärkt für regionale Produkte Dutzender Produzenten aus MV geworben. Mit dem Regionalzeichen können Kunden noch regionaler einkaufen, hieß es. Regionalität sei weiterhin ein starkes Kaufargument, beobachtete Reising. Gerade in geopolitisch instabilen Zeiten besinnen sich Verbraucher vermehrt auf Produkte aus ihrem Umfeld und wollen damit heimische Produzenten unterstützen.

Absatzentwicklung und Verbrauchertrends

Nach dem Absatzhoch während der Corona-Krise, als die Verkaufszahlen in Hofläden und bei heimischen Produzenten angestiegen waren, hat sich der regionale Absatz wieder auf ein Normalmaß eingependelt, sagte Reising. Dennoch liegen Regionalprodukte weiterhin im Trend. Mehr als drei Viertel der Verbraucher in Deutschland legen beim Einkauf besonderen Wert auf Regionalität, wie der Ernährungsreport „Deutschland, wie es isst“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums ermittelte.

Vor allem ältere Kunden ab 45 Jahren legen beim Einkauf weit häufiger Produkte aus den Regionen in den Einkaufskorb als jüngere Kunden unter 30 Jahren. Dabei spielt je nach Produkt die regionale Herkunft eine unterschiedliche Rolle:

  • Bei Eiern sowie frischem Gemüse und Obst ist es 83 Prozent der Befragten sehr wichtig oder wichtig, dass diese aus ihrer Region stammen.
  • 80 Prozent geben das für Brot und Backwaren an.
  • 71 Prozent für Fleisch und Wurstwaren.
  • 15 Prozent lassen sich Gemüse und Obst direkt von regionalen Erzeugern nach Hause liefern.

Branche drängt auf Dachmarke

Die Agrarwirtschaft in MV hatte in der Vergangenheit immer wieder ein entsprechendes Signet eingefordert. Bislang hatten einige Regionen mit eigenen Signets für ihre Produkte geworben. Nunmehr kann das Regionalzeichen unter dem Dach des Landessignets „MV tut gut“ im Food-Bereich und im Handel genutzt werden. Das Zeichen hat die Form einer Fahne mit dem Schriftzug „MV“, dem Zusatz „Natürlich aus“ und einem Element, das die hiesige Landschaft stilisiert darstellt und Teil des Landeslogos ist.

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Künftig will die Branche zusammen mit dem Land eine Dachmarke für MV entwickeln, um die regionale Vermarktung zu stärken, wie AMV-Vorsitzender Tobias Blömer vor Kurzem angekündigte. Einwohner, Urlauber und Gäste müssten besser über Lebensmittel aus dem Nordosten informiert werden. Es brauche eine bessere Vermarktung, damit beispielsweise die Gastronomie nicht mehr umhinkomme, Produkte aus MV einzusetzen.