Historische Streuobstwiese am Gutshaus Groß Salitz in MV wird wiederbelebt
Streuobstwiese am Adelssitz in MV wiederbelebt

Historische Streuobstwiese am Gutshaus Groß Salitz wird wiederbelebt

An einem ehemaligen Adelssitz in Nordwestmecklenburg entsteht neues Leben: Auf dem Areal des Gutshauses Groß Salitz wurde eine historische Streuobstwiese wieder angelegt. Freiwillige um Gutshausbesitzerin Susanne Sohayegh sowie der Krembzer Gemeindearbeiter Rüdiger Krüger pflanzten insgesamt 18 hochstämmige Obstgehölze und leisteten damit einen wertvollen Beitrag für den Natur- und Artenschutz in der Region.

Gemeinschaftsaktion mit breiter Unterstützung

Die Pflanzaktion entwickelte sich zu einer echten Gemeinschaftsleistung. Neben der engagierten Gutshausbesitzerin und dem Gemeindearbeiter packte auch Gärtnermeister Gerhard Euen freiwillig mit an. „Das hier ist eine historisch belegbare Streuobstwiese. Jetzt, da hier alles unter Schutz steht, lag der Gedanke nahe, sie wiederzubeleben“, erklärte Susanne Sohayegh die Motivation hinter dem Projekt.

Die Aktion erhielt grünes Licht vom Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe, das sich eine deutliche Aufwertung der Fläche erhofft. Auch mit der Denkmalschutzbehörde wurde das Vorhaben abgestimmt, sodass sowohl ökologische als auch denkmalpflegerische Aspekte Berücksichtigung fanden.

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Alte Sorten für die Zukunft

Auf der wiederbelebten Streuobstwiese sollen künftig historische Obstsorten gedeihen, darunter:

  • „Schneiders späte Knorpelkirsche“
  • „Graf Althans Reneklode“
  • „Ravensteiner Sommerapfel“

Zwei alte Birnenbäume haben auf dem Gelände die Jahrzehnte überdauert und bilden nun den historischen Kern der neu angelegten Fläche. Bei den Pflanzarbeiten kamen zwar keine großen Schätze zum Vorschein, dafür aber die eine oder andere Porzellanscherbe aus vergangenen Zeiten. „Davon gebe es hier scheinbar reichlich“, bemerkte die Gutshausbesitzerin.

Denkmal mit bewegter Geschichte

Das Gutshaus Groß Salitz bei Gadebusch ist selbst eine historische Rarität. Errichtet in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts – eine Untersuchung des verbauten Holzes datiert den Bau auf das Jahr 1685 – gehört es zu den wenigen erhaltenen Adelssitzen aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Das Fachwerkgebäude mit hohem Walmdach prägt bis heute das Zentrum des Dorfes.

Seit mehreren Jahren ist die freiberufliche Musikerin Susanne Sohayegh Eigentümerin des denkmalgeschützten Gebäudes und erweckt es Stück für Stück zu neuem Leben. Aktuell kann der fünfte Bauabschnitt in Angriff genommen werden: Die Westfassade soll mit einer Förderung von 205.000 Euro instand gesetzt werden.

„Unser Ziel ist, dass die ehemalige Außenwand wieder freigestellt und aufwendig instand gesetzt wird“, erklärt Architekt Sönke Borgwardt, der Susanne Sohayegh bei ihrem Herzensprojekt unterstützt. Die finanzielle Hilfe ist dank zahlreicher Spenden, Zuwendungen der Gerlind & Ernst Denert-Stiftung sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale möglich.

Sozialer Mittelpunkt mit Zukunft

Während der DDR-Zeit war das Gutshaus ein sozialer Mittelpunkt des Dorfes. Heute verbindet es diese traditionelle Funktion mit modernen Ansprüchen an Denkmalschutz und ökologische Verantwortung. Die Wiederbelebung der Streuobstwiese ist dabei nur ein Teil des umfassenden Engagements, das historisches Erbe mit zukunftsweisenden Konzepten verbindet.

Die historische Fachwerkstruktur der Westfassade ist zwar teilweise noch vorhanden, bedarf aber dringender Sanierung. „Sogenannte Notabsteifungen müssen hingegen durch eine Fachwerkkonstruktion ersetzt werden“, erläutert Borgwardt die anstehenden Arbeiten. Mit der gleichzeitigen Wiederbelebung der Streuobstwiese entsteht am Gutshaus Groß Salitz ein lebendiges Beispiel für gelungenen Natur- und Denkmalschutz in Mecklenburg-Vorpommern.

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